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Allergien vorbeugen
Nur nicht zu sauber!

Stallstaub fürs Mikrobiom

Neueste Studie zeigen zudem, dass der Reifung des Darmmikrobioms eine wesentliche Rolle in der Allergieentwicklung zukommen könnte. Der Biostatistiker Martin Deppner vom Helmholtz Zentrum in München hat gemeinsam mit seinem Team die Stuhlproben von 930 Babys analysiert. Alle waren im Rahmen der PASTURE-Studie gewonnen worden, die Kinder waren zum Abgabezeitpunkt zwei beziehungsweise zwölf Monate alt. Dabei zeigte sich nicht nur ein typisches Reifungsmuster, sondern auch, dass Kinder, mit Abweichungen im Mikrobiom mit zwölf Monaten doppelt so häufig von Asthma betroffen waren. Überraschend für die Forscher war, dass neben der Ernährung der Aufenthalt im Tierstall starken Einfluss auf den Verlauf der Reifung des Darmmikrobioms hatte. Der Ursache dafür ist ein Team um die Biochemikerin Franziska Roth-Walter vom Messerli Forschungsinstitut und die Allergologin Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung an der Medizinischen Universität Wien auf die Spur gekommen. Sie entdeckten, dass das Protein Beta-Laktoglobulin, das bisher als Bestandteil der Milch bekannt war, auch als Hauptkomponente in den Stäuben aus Kuhställen nachgewiesen werden kann. Im Mausmodell konnten sie nachweisen, dass die Gabe des Proteins eine Schutzwirkung vor Allergien erzielt. Das Pharmaunternehmen Bencard Allergie hat auf Grundlage dieser Erkenntnisse eine Lutschtablette (ImmunoBON®) entwickelt, die neben Beta-Laktoglobulin Vitamin A, Zink und Eisen enthält. Die Bestandteile sollen eine immunstärkende Wirkung erzielen.

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