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Lip- und Lymphödem

Ödem nicht gleich Ödem 

Sowohl das Lymph- als auch das Lipödem werden nach ihrem Ausprägungsgrad in drei Stadien unterteil. Beim Lymphödem gibt es zusätzlich das Stadium 0, in dem sich alle Menschen mit angeborener oder erworbener Störung des Lymphdrainagesystems, die symptomfrei sind, befinden. Sie gelten als Risikogruppe, bei der sich jederzeit ein behandlungsbedürftiges Lymphödem entwickeln kann.

Stadium 1 des Lymphödems gilt als reversibles Stadium mit weichen Ödemen, die sich durch das Hochlagern der betroffenen Region wieder zurückbilden. Häufig tritt die Schwellung nach Belastung oder am Abend auf und geht in der Nacht zurück. In Stadium 2 beginnt das Lymphödem, sich zu verhärten, und die Haut wird dicker. Hochlagern und Ruhephasen sind nun wirkungslos, zusätzlich können Komplikationen auftreten. Am häufigsten ist die Wundrose (Erysipel), die mit zunehmender Schwellung, Rötung, Schmerzen und Fieber einhergeht. Betroffenen Patientinnen sollte ein Arztbesuch nahegelegt werden, da in der Regel eine Antibiotikabehandlung notwendig ist. In Stadium 3 sind die Veränderungen ausgedehnt, der betroffene Bereich wirkt unförmig. Es kommt zu warzenartigen Wucherungen und Verhornungen, es bilden sich Lymphzysten und Fisteln. Die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen ist durch die Erkrankung so stark eingeschränkt, dass Berufsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit die Folge sind.

Stadium 1 des Lipödems zeichnet sich durch eine gleichmäßige Verteilung des Fettgewebes aus, die Hautoberfläche ist glatt. Die Schwellung bildet sich durch Hochlagern der Beine zurück. In Stadium 2 treten knotige Strukturen im Unterhautfettgewebe auf, die Haut ist uneben, gewellt oder mit größeren Dellen versehen. Das Hochlagern der Beine bringt keine Besserung. Ist das Fettgewebe bereits stark vermehrt und verhärtet, liegt ein Stadium 3 vor. Hier entstehen bevorzugt an der Innenseite der Oberschenkel und an den Knien sogenannte Fettwülste, die den Gang behindern können. Durch das Aneinanderreiben der Haut kommt es zu Verletzungen, die sich entzünden und infizieren können. Auch Fehlstellungen der Beine und ein frühzeitiger Kniegelenkverschleiß durch das Mehrgewicht sind möglich.

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