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Online-Sucht

Offline ist nicht out

Die Verhaltenssucht muss in der Regel professionell behandelt werden. Dafür sollten Betroffene aber erst einmal einsehen, dass sie ein Problem haben. Dabei kann das Projekt »OMPRIS« (Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Reduktion des problematischen Medienkonsums und Stärkung der Veränderungsmotivation bei Computerspielabhängigkeit und Internetsucht) helfen. Bottel, eine der Expertinnen bei OMPRIS, erklärt: »Wir bieten den Betroffenen konkrete Strategien, um in leichten Fällen selbst das problematische Nutzungsverhalten abzulegen.« Dazu kann gehören, dass der Berater gemeinsam mit dem Patienten Medienregeln entwickelt und Tipps gibt, wie der Tagesablauf strukturiert werden kann. »In schweren Fällen ebnen wir den Weg für eine spezialisierte psychotherapeutische Behandlung in Gruppen oder alleine«, sagt Bottel. Diese könne ambulant, aber bei Bedarf auch stationär in geeigneten Kliniken erfolgen.

Im Idealfall können Patienten dank der Therapie wieder online sein, werden dabei aber nicht mehr exzessiv. »Ein Leben ohne Internet ist heute nicht mehr realistisch. Ziel für die Betroffenen ist daher, problematische Applikationen zu meiden, etwa Online-Spiele, oder, wenn das nicht möglich ist, einen kontrollierten Gebrauch zu erlernen«, erklärt die Psychologin.

Zu beachten ist, dass viele Online-Süchtige unter komorbiden psychischen Störungen wie Depression oder sozialen Ängsten leiden oder Verhalten wie Schulabsentismus entwickelt haben. Auch diese Störungen bedürfen einer professionellen Behandlung. Bei betroffenen Jugendlichen ist zudem wichtig, dass die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Gilt die Regel: »Kein Handy während der Mahlzeiten«, sollten sich auch die Erwachsenen an die Vereinbarung halten. 

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