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Amaryllis belladonna

Das Gift der »schönen Frau«

Sie verschläft den Sommer und erwacht erst, wenn die Tage wieder kürzer werden: die Belladonna-Lilie, die ihren Gattungsnamen Amaryllis einer in der antiken Literatur vorkommenden schönen Schäferin aus den Hirtengedichten von Vergil verdankt. Diesen Jahresrhythmus verdankt die »funkelnde schöne Frau« (griech. »amaryssein« = funkeln lassen) ihrer eigentlichen Heimat, der Kappprovinz Südafrikas.
Katja Egermeier
10.04.2019  09:00 Uhr
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Botanik und Bestimmung

Die Amaryllis belladonna mit ihren dunkelgrünen, riemenförmigen Blättern entwickelt einen Blütenschaft von 50 bis 70 cm Höhe. Aus deren Spitze können bis zu zwölf etwa 10 cm lange und 8 cm breite rosafarbene, trompetenförmige Einzelblüten hervorgehen.

Vorkommen und Verbreitung

Die Belladonna-Lilie ist eine in Südafrika heimische, subtropisches Zwiebelgewächs, die seit ihrer Einführung im 18. Jahrhundert in Europa als Zimmerpflanze, in Wintergärten und in Blumensträußen zu finden ist.

Gifte und Gefahren

Alle Pflanzenteile sind stark giftig, insbesondere die Zwiebel. Das Hauptalkaloid ist Ambellin, daneben enthält die Pflanze Lycorin, Caranin, Acetylcaranin und Undulatin. Vergiftungsanzeichen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit und Schweißausbrüche. Bei schweren Vergiftungen kann der Tod durch Atemstillstand eintreten. Auf der Haut kann das Gift zu Hautreizungen führen.

Grad der Gefährlichkeit

Stark giftig! Für Menschen wirken bereits 2 bis 3 Gramm Zwiebelmaterial tödlich.

Vergiftung, was tun?

Bei oraler Aufnahme von Pflanzenbestandteilen muss unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden. Als Therapie kommen Magenspülung, Elektrolytsubstitution und eine Kontrolle der Nierenfunktion in Frage. Als Sofortmaßnahme bis zum Eintreffen des Arztes sollten eventuelle Pflanzenreste aus dem Mund entfernt und reichlich Flüssigkeit zu trinken gegeben werden.

Gut zu wissen

Die Belladonna-Lilie ist die einzig wahre Amaryllis. Sie wird häufig mit dem Ritterstern (Hippeastrum) verwechselt, der der »Echten Amaryllis« zwar sehr ähnlich, aber eine Zuchtsorte von in Südamerika heimischen Pflanzen ist. Beide Gattungen enthalten den Giftstoff Lycorin, der von Eingeborenen einst als Pfeilgift verwendet wurde.

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