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Prophylaxe betreiben 

Osteoporose richtig vorbeugen

Wenn von Calcium und Vitamin D die Rede ist, denken Fachleute sofort an Osteoporose-Prophylaxe. Denn gemäß der aktuellen Leitlinie gehören dieser Mineralstoff und das Vitamin zum Standard-Repertoire, um die schmerzhafte Knochenerkrankung zu bekämpfen.
Annette Immel-Sehr
07.01.2020
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Knochen ist ein aktives Gewebe, das sich natürlicherweise in einem ständigen Auf- und Abbau befindet. Spezialisierte Zellen, die Osteoblasten, bauen Knochensubstanz auf, Osteoklasten bauen sie ab. Diesen permanenten Umbau steuert der Körper vor allem mit Substanzen wie Vitamin D, Parathormon und Calcitonin.

Die Knochenmatrix besteht zu etwa zwei Dritteln aus anorganischen Mineralien, zu 10 bis 15 Prozent aus Wasser und zu 20 bis 25 Prozent aus Kollagen und weiteren Proteinen. Der wichtigste Mineralstoff für den Knochenbau ist Calcium, das im Knochen als Calciumhydroxylapatit vorliegt. Um Knochensubstanz bilden zu können, brauchen die Osteoblasten außer Calcium auch Vitamin K und Vitamin C; des Weiteren sind einige Vitamine (Folsäure, B12, D) und Magnesium indirekt am Knochenaufbau beteiligt.

Negativ auf den Knochenaufbau wirken sich ein hoher Kaffeekonsum (Coffein), Rauchen, Alkohol und Untergewicht aus. Dagegen zählen vor allem körperliche Aktivität, Calcium und Vitamin D zu den Faktoren, die mehr Knochenmasse entstehen lassen.

Übermäßiger Knochenabbau

Osteoporose zeigt sich in einer verringerten Knochenmasse und einer zerstörten Mikroarchitektur des Knochengewebes. Die Knochen verlieren an Elastizität und Stabilität, so dass sie leichter brechen. Mediziner sprechen von einer manifesten Osteoporose, wenn bereits Knochenbrüche als Folge der Osteoporose aufgetreten sind. Am häufigsten brechen Knochen im Bereich der Hüfte, an Wirbelkörpern oder im Bereich der Unterarme.

Frauen erkranken wesentlich häufiger an Osteoporose als Männer. Eine Frauenkrankheit ist sie dennoch nicht. Denn auch Männer können mit zunehmendem Alter Osteoporose entwickeln. Da die Bevölkerung immer älter wird, nehmen die absoluten Patientenzahlen bei beiden Geschlechtern zu. Im Jahr 2009 waren in Deutschland von den über 50-Jährigen 24 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer von Osteoporose betroffen.

Nicht alle Risikofaktoren der Osteoporose lassen sich beeinflussen, wie etwa die genetische Veranlagung oder das Alter. Dennoch kann man Einiges tun, um die Knochen möglichst lange stabil zu halten. An erster Stelle stehen dabei die ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D, körperliche Aktivität und Rauch-Stopp.

Fast die gesamte Menge, nämlich rund 99 Prozent des Calciums im Körper, befindet sich im Knochen. Es festigt die Knochen und stellt einen Vorrat im Knochen, aus dem sich der Körper bedient, um konstante Calcium-Blutspiegel sicherzustellen. Calcium reguliert unter anderem den Herzrhythmus mit, die Kontraktion der Muskeln und die Übertragung von Nervenimpulsen.

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