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OTC-Beratungscheck

Pantoprazol

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu ausgewählten OTC-Präparaten für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: der Protonenpumpeninhibitor Pantoprazol.
Michelle Haß
24.09.2020  08:30 Uhr

Arzneistoffgruppe

Protonenpumpeninhibitor (PPI)

Präparate

zum Beispiel: Pantoprazol AL 20 mg, Pantoprazol-ratiopharm® SK 20 mg, Pantoprazol-ADGC® 20 mg

Indikation

Zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxsymptomen wie Sodbrennen und saures Aufstoßen bei Erwachsenen

Dosierung/Anwendung

  • Dosis: in der Selbstmedikation 20 mg pro Tag (1 Tablette)
  • Einnahme morgens auf nüchternen Magen. Danach eine halbe Stunde lang nicht essen.
  • Aufgrund des  magensaftresistenten Überzuges Tabletten nicht kauen oder zerkleinern.
  • Ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 Wochen. Bessern sich nach 2 Wochen kontinuierlicher Behandlung die Symptome nicht, sollte der Patient  einen Arzt aufsuchen.

Kontraindikationen/Warnhinweise

In der Selbstmedikation nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Nicht bei gleichzeitiger Anwendung von HIV-Proteaseinhibitoren wie Atazanavir oder Nelfinavir

Nebenwirkungen

Gelegentlich können gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Diarrhö oder Verstopfung sowie Übelkeit auftreten.

Wechselwirkungen

Da Pantoprazol die Magensäureproduktion hemmt, kann es möglicherweise die Resorption von Wirkstoffen, deren Bioverfügbarkeit pH-abhängig ist, herabsetzen. Dazu zählen Azol-Antimykotika wie Ketoconazol sowie der Kinaseinhibitor Erlotinib oder bestimmte Arzneistoffe gegen HIV.

Obwohl in klinischen pharmakokinetischen Studien keine Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Gabe von Vitamin-K-Antagonisten beobachtet wurden, sind in wenigen Einzelfällen Veränderungen in der Blutungszeit berichtet worden. Patienten, die mit  Phenprocoumon oder Warfarin behandelt werden, sollten zu Beginn und Ende einer Pantoprazol-Behandlung ihre  Prothrombinzeit/INR überwachen.

Pantoprazol wird über das Cytochrom-P450-Enzymsystem in der Leber verstoffwechselt. Eine Wechselwirkung mit Substanzen, die über dasselbe Enzymsystem verstoffwechselt werden, kann deshalb  nicht ausgeschlossen werden. Bisher wurden jedoch keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen dieser Art nachgewiesen.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit hohen Dosen Methotrexat (MTX) wurde bei manchen Patienten ein Plasmaspiegelanstieg von MTX berichtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Laut der Datenbank Embryotox gibt es keine Hinweise auf eine fetotoxische Wirkung von Pantoprazol. Dennoch sollte die Anwendung während der Schwangerschaft vermieden werden und auf das besser untersuchte Omeprazol ausgewichen werden.

Auffälligkeiten bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht berichtet und sind aufgrund des geringen Überganges in die Muttermilch auch nicht zu erwarten.

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