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Insektenfreundlicher Garten

Paradies für Summer und Brummer

Hartmann erklärt: »Lassen Sie Totholz liegen. Insekten finden darin eine ideale Brutstätte. Auch Brennnesseln und Giersch einfach wachsen lassen, so weit man das selbst ertragen kann.« Auch die Bedürfnisse des Nachbarn sollten besonders in engen Wohnsiedlungen im Auge behalten werden. Die Brennnessel biete 25 Falterarten eine Lebensgrundlage. Zur »Wildnis« gehöre auch, beim Rückschnitt von Stauden im Frühjahr nicht alles zurückzuschneiden, sondern einige abgestorbene Stängel bis Anfang Mai stehen zu lassen. Sie sind natürliche Insektenhotels. Grille, Grashüpfer oder Schwalbenschwanz legen dort im Spätsommer/Herbst ihre Eier ab. Wenn man sie abschneidet, weil sie zu unordentlich erscheinen, dann ist Hartmanns Tipp, die abgeschnittenen Stängel aufrecht an ein sonniges Plätzchen zu stellen, damit sich die Larven entwickeln können.

»Je mehr unterschiedliche Lebensräume man für Insekten schafft, desto mehr andere Tiere lockt man damit gleichzeitig an und bieten ihnen Unterschlupf«, sagt die Ökologin. Dazu gehören neben nicht gemähten Grünstreifen Bäume und unterschiedliche Sträucherarten, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen. Insekten finden dort Nahrung, Vögel können dort ihre Nester bauen, Igel sich im Dickicht der Sträucher verstecken.

Wer Platz und Muße hat, legt eine Steinecke an. Hier fühlen sich Lurche, Eidechsen und Blindschleichen wohl. In den Steinritzen brüten gern solitäre Bienen. Entlang einer Mauer könnte Platz für einen Sandboden gefunden werden, in dem Ameisen und Wildbienen ihre Eier ablegen. Durstlöscher und Lebensraum sind auch Teiche mit flacher Uferzone – allerdings ohne Fische, denn sie würden darin abgelegte Insekteneier fressen. Im Wasser baden gern Igel, das flache Ufer hilft ihnen, das Wasser wieder zu verlassen. Wer nur wenig Platz hat, kann mit Moos und Steinen bestückte flache Wassertränken aufstellen. Hartmanns Tipp für den Wegebau: besser Kies oder Platten mit Fugen statt Beton und Asphalt wählen.

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