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Verkannt und unterschätzt

Parodontitis ist nicht harmlos

Eine Entzündung des Zahnhalteapparats, eine sogenannte Parodontitis, kann Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. Oft bleibt sie jedoch lange unentdeckt. Welche Symptome verursacht sie und warum sollte sie unbedingt behandelt werden?
Aponet.de
01.04.2022  09:00 Uhr

Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, also dem Gewebe, das die Zähne umgibt und hält. Betroffen sind laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie mehr als die Hälfte der Menschen ab 35 Jahren, ab 65 Jahren sind es fast zwei Drittel (65 Prozent) und unter den Hochbetagten sogar 90 Prozent.

Dennoch gibt es große Wissenslücken über diese Krankheit und ihre Symptome: So bringen nur 56 Prozent der Deutschen Mundgeruch mit Parodontitis in Verbindung. Gleichzeitig glauben 53 Prozent fälschlicherweise, Zahnschmerzen seien ein Symptom. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

Parodontitis therapieren

»Wenn wir die Parodontitis wirksam bekämpfen wollen, müssen wir weiter aktiv aufklären. Eine Parodontitis ist nicht harmlos – das wissen die meisten Menschen«, sagt BZÄK-Präsident Professor Christoph Benz. Und trotzdem bleibe Parodontitis oft unerkannt. Denn die Symptome würden zum Teil Jahre lang verkannt, zum Teil auch verwechselt. »Dabei ist das der erste Schritt hin zur Therapie – je früher, desto besser.« Zu den häufigen Symptomen gehören Mundgeruch, Zahnfleischbluten, freiliegende Zahnhälse und gelockerte Zähne bis zum Endstadium Zahnverlust.

Mittlerweile ist auch bekannt, dass eine Parodontitis ernste Folgeerkrankungen mit sich bringen kann: Die krankheitsauslösenden Bakterien können vom Mundraum über die Blutbahn in andere Bereiche des Körpers gelangen und auf diese Weise die Entstehung anderer Erkrankungen begünstigen. So gilt eine unbehandelte Parodontitis als Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenentzündungen und Typ-2-Diabetes.

Mit der richtigen Therapie können ein Zahnverlust und Folgekrankheiten verhindert werden. Deshalb startet die Bundeszahnärztekammer eine Aufklärungskampagne, die die Symptome in den Mittelpunkt stellt. Kern der Kampagne ist der sogenannte Paro-Check, mit dem man schnell online testen kann, ob ein Verdacht auf Parodontitis besteht. Die Seite informiert außerdem über die Symptome und die konkreten Behandlungsschritte bei einer Parodontitis.

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