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ARZNEIPFLANZEN

Arnika

Die Domäne der Arnika-Therapie sind Hämatome, Prellungen, Quetschungen, Verrenkungen, Ödeme nach Knochenbrüchen, entzündete Insektenstiche sowie rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden.
Annette Immel-Sehr
01.04.2020  15:10 Uhr
Foto: Thomas Schöpke
Foto: Shutterstock/Franzisca Guedel

Im Überblick

NAME
Arnika
BOTANISCHER NAME
Arnica montana
FAMILIE
Korbblütler
BOTANISCHE FAMILIE
Asteraceae
WEITERE NAMEN
Bergwohlverleih, Fallkraut, Bruchkraut

Merkmale

  • Staude
  • flach am Boden liegende Blattrosette aus 4 bis 6 Blättern
  • 20 bis 60 cm hoher, kreuzgegenständig beblätterter, behaarter Blütenstängel
  • ein oder mehrere Blütenkörbchen mit jeweils 12 bis 20 gelben Zungenblüten und bis zu 100 gelben Röhrenblüten
  • Blütezeit: Juni

Heimat

  • Hohe Berglagen in Mittel-, Ost- und Nordeuropa
  • In Deutschland unter Naturschutz

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • Getrocknete Blütenkörbchen (Arnicae flos)
  • Zudem im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.): Arnikatinktur (Arnicae tinctura)

Inhaltsstoffe

  • Sesquiterpenlactone (Helenaline, Dihydrohelenaline)
  • Flavonoide
  • Caffeoylchinasäuren
  • Polyacetylene
  • ätherisches Öl

Anwendung

Äußerlich bei Blutergüssen, Quetschungen, Verstauchungen, rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Entzündungen infolge von Insektenstichen, Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachen­raum.

Empfohlene Dosierung

Für einen kühlenden Umschlag wird Arnikatinktur dreifach mit Wasser verdünnt, für Mundspülungen zehnfach.

Nebenwirkungen

Bei längerer Anwendung oder bei geschädigter Haut können Zubereitungen mit Arnikablüten eine ödematöse Dermatitis mit Bläschenbildung hervorrufen.

Wechselwirkungen

nicht bekannt

Abgabehinweise

2 g Arnikablüten mit 100 ml heißem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und erkalten lassen. Verwendung für kühlende Umschläge.

Zubereitung

  • Nur auf unverletzter Haut auftragen.
  • Nicht innerlich anwenden. Arnika ist aufgrund der enthaltenen Sesquiterpenlactone bei oraler Einnahme potenziell giftig. In Form homöopathischer Arzneien ist die innere Anwendung unbedenklich.
  • Nicht anwenden bei bestehender Allergie gegen Korb­blütler (Kreuzallergie)!

Beispiele für Monopräparate

  • Apotheker Dr. Imhoff’s Arnika Schmerz-fluid S
  • Doc® Arnika Creme
  • Klosterfrau Arnika Schmerzsalbe
  • Wala® Arnika Wundtuch
  • Weleda Arnika Gelee

Beispiele für Kombipräparate

  • Allgäuer Latschenkiefer® Mobil Arnika Vital Fluid
  • Arnicare® Arnika Kühlgel
  • Zirkulin® Bein Creme

Weitere Informationen

Mittlerweile ist es gelungen, Arnika auf Feldern zu kultivieren. Nur ein kleiner Teil der Droge stammt noch aus Wildsammlungen in Spanien und einigen Balkanländern.