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Augentrost

Der Augentrost wird schon seit Jahrhunderten in der Augenheilkunde geschätzt. Wissenschaftlich ist seine Wirkung bis heute nicht belegt, in der Homöopathie und Anthroposophie ist er jedoch unverzichtbar.
Annette Immel-Sehr
02.04.2020
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Foto: Adobe Stock/Karin Jähne
Shutterstock/HHelene

Im Überblick

NAME
Augentrost
BOTANISCHER NAME
Euphrasia officinalis
FAMILIE
Sommerwurzgewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Orobanchaceae
WEITERE NAMEN
Augustinuskraut, Wegleuchte, Milchschelen, Augendank

Merkmale

Einjährige Pflanze, Wuchshöhe 30 cm leicht verzweigte runde Stängel, drüsig behaart kleine ungestielte Blätter, scharf gesägte bis gekerbte Blattränder Weiße oder blassviolette Blüten, zweilippige Blütenkrone mit größerer Unterlippe, Blütezeit Juli-September Die hübschen Blüten erinnern an kleine Pupillen und Augenwimpern.

Heimat

  • Europa, nördliches und mittleres Eurasien, Australien, Neuseeland und südliche Teile Südamerikas.
  • frische, ungedüngte Magerwiesen und trockene Weiden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknetes blühendes Kraut
  • Die Droge stammt überwiegend aus Wildsammlungen in Südosteuropa und Deutschland.

Inhaltsstoffe

  • Iridoidglykoside, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Lignane, Gerb- und Bitterstoffe sowie Spuren ätherisches Öl.
  • Der DAC fordert keinen bestimmten Gehalt, sondern lässt nur die Identität der Droge prüfen.

Anwendung

  • Die Wirkung von Augentrost ist wissenschaftlich nicht belegt. Es gibt keine Positiv-Monographie der Kommission E oder des europäischen Herbal Medicinal Product Committee (HMPC).
  • In der Homöopathie und Anthroposophie wird Euphrasia officinalis äußerlich zur Linderung von Augenbeschwerden angewendet.
  • In der Volksmedizin wurden Zubereitungen aus Augentrost äußerlich für Waschungen, Umschläge und Augenbäder bei Augenkrankheiten und -ermüdungs­erscheinungen eingesetzt.

Vorsicht! Wegen der Gefahr einer Keimverschleppung Anwendung von Augentrostkraut nur in Form von Fertigarzneimitteln! Keine selbst hergestellten Zubereitungen!

Nebenwirkungen

nicht bekannt

Wechselwirkungen

nicht bekannt

Abgabehinweise

Beschwerden am Auge sollte zunächst durch einen Augenarzt diagnostiziert werden, bevor PTA oder Apotheker dem Patienten zur homöopathischen Therapie raten.

Beispiele für Monopräparate

  • Euphrasia Augentropfen Wala
  • Euphrasia D3 Augentropfen Weleda
  • Vidisan® Augentopfen
  • Herba-Vision® Augentrost Augentropfen

Beispiele für Kombipräparate

Enthalten auch in Pflegeprodukten, zum Beispiel

  • Augenfrische Dr. Hauschka
  • Wildrose glättende Augenpflege Weleda
  • Augencreme Augentrost Alverde

Weitere Informationen

Augentrost ist ein Halbschmarotzer. Mit seinen Saugwurzeln zieht die Pflanze Mineral- und Nähr- stoffe direkt aus den Wurzeln benachbarter Gräser und hemmt so deren Wachstum. Wächst er auf Weidewiesen, ist das Gras weniger nahrhaft, sodass Augentrost den Milchertrag der Kühe verringert. Das brachte ihm die volkstümlichen Namen »Wiesenwolf« und »Milchdieb« ein.

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