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ARZNEIPFLANZEN

Beinwell

Beinwell ist ein jahrhundertealtes Wundheilmittel, das bei oberflächlichen Läsionen, aber vor allem bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen und Zerrungen zum Einsatz kommt.
Annette Immel-Sehr
07.04.2020  14:55 Uhr
Foto: Getty Images/AlexSid
Foto: Fotolia/Martina Osmy

Im Überblick

NAME
Beinwell
BOTANISCHER NAME
Symphytum officinale
FAMILIE
Raublattgewächs
BOTANISCHE FAMILIE
Boraginaceae
WEITERE NAMEN
Wallwurz, Beinwurz, Schmerzwurz, englisch: Comfrey

Merkmale

  • mehrjährige, bis zu 1,5 m hohe Staude
  • etwa 30 cm lange, außen schwarz gefärbte Pfahlwurzel
  • verzweigter, stark borstig behaarter Stängel
  • Blätter eiförmig-lanzettlich, lang zugespitzt
  • obere Blätter verschmälern sich zu weit am Stängel ­herablaufendem, geflügelten Blattstiel
  • rau behaarte Blattnerven
  • purpurrote oder rotviolette (auch gelbweißliche), glockige, ­nickende Blüten in den Achseln der oberen Blätter
  • Kronblätter bilden außen stark behaarte Röhre
  • Blütezeit Mai bis Juli
  • Klausenfrüchte mit 4 eiförmigen Teilfrüchten

Heimat

Europa, Asien

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Wurzel (Symphyti radix)
  • getrocknetes Kraut von S. x uplandicum Nym. (Symphyti herba)

Inhaltsstoffe

  • Kaffeesäurederivate (unter anderem Rosmarinsäure)
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • Allantoin
  • Pyrrolizidinalkaloide

Anwendung

Beinwellwurzel

  • traditionelles pflanzliches Arzneimittel laut HMPC- Mono­graphie
  • äußerlich bei Verstauchungen und leichten Prellungen, bei Schmerzen und Schwellungen von Muskeln und Gelenken;
    außerdem bei Gelenkarthrose, akuten Rücken­schmerzen, Muskelzerrungen, Prellungen und Ver­stauchungen, bei Epikondylentzündungen, Sehnen­scheidenentzündung und ­Periarthritis (ESCOP), 
  • schmerzhafte Muskel- und Gelenkbeschwerden, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen sowie lokale Durchblutungs­förderung (klinische Studien)


Beinwellkraut

  • Prellungen und Verstauchungen, Muskel- und Gelenk­schmerzen infolge stumpfer Verletzungen (klinische Studie)

Informationen zur Anwendung

nur auf intakter Haut auftragen

Empfohlene Dosierung

Um Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu gewährleisten, sollten Beinwellwurzel und Beinwellkraut in Form von Fertig­­­arzneimitteln angewendet werden; Dosierung laut Packungsbeilage

Nebenwirkungen

sehr selten allergische Reaktionen

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

  • Beinwellzubereitungen sollten während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegen.
  • Dies gilt auch für die Anwendung bei Kindern unter 3 Jahren. 

Aus Beinwell-Extrakten in Fertigarzneimitteln wurden lebertoxische Pyrrolizidine eliminiert. Für solche Produkte besteht keine Beschränkung in der Anwendungsdauer.

Beispiele für Monopräparate

  • Beinwell-Balsam Dreluso (Beinwellwurzel)
  • Kytta® Geruchsneutral Creme (Beinwellwurzel)
  • Kytta® Schmerzsalbe (Beinwellwurzel)
  • Traumaplant® Schmerzcreme (Beinwellkraut)

Beispiele für Kombipräparate

  • Kytta® Wärmebalsam (Beinwellwurzel)
  • Immortelle-Beinwell Salbe (Beinwellwurzel)

Weitere Informationen

Wie bei vielen anderen Heilpflanzen deutet auch bei Beinwell der Name bereits auf die medizinische Verwendung hin. Als »Bein« wurden früher Knochen jeder Art bezeichnet. Als Beispiel mag das Schlüsselbein dienen. »Well« leitet sich vom alten deutschen Verb »wallen« ab, was so viel wie »Zusammen­wachsen oder heil werden« von Wunden oder Knochen bedeutet.

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