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ARZNEIPFLANZEN

Benediktenkraut

Das Benediktenkraut ist eine traditionelle Heilpflanze, die im Mittelalter als Allheilmittel gegen verschiedenste Krankheiten galt – von Pest bis Krebs. Besonders in Klöstern wurde es häufig angebaut. Als klassische, aber etwas schwache Bitterstoffdroge wird Benediktenkraut heutzutage bei dyspeptischen Beschwerden als Teezubereitung oder in Kombinationspräparaten eingesetzt.
Thomas Zech
25.11.2020  17:03 Uhr
Foto: Thomas Schöpke
Foto: Thomas Schöpke

Im Überblick

NAME
Echtes Benediktenkraut
BOTANISCHER NAME
Centaurea benedicta, alternativ Cnicus benedictus
FAMILIE
Korbblüter
BOTANISCHE FAMILIE
Asteraceae
WEITERE NAMEN
Kardobenediktenkraut, Distelkraut, Bitterdistelkraut, Carbenustee

Merkmale

  • einjährige, bis 40 cm hohe krautige Pflanze 
  • distelartiges Aussehen
  • schrotsägeförmige Blätter mit auffälliger weißer Nervatur und Behaarung, „Sägezähne“ in Dornen auslaufend 
  • korbförmige Blütenstände ausschließlich aus Röhrenblüten, umgeben von stacheligen Hochblättern 

Heimat

  • Mittelmeerraum 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • gesamtes zerkleinertes Kraut (Cnici benedicti herba) 

Inhaltsstoffe

  • Bitterstoffe: Sesquiterpenlactone, Lignanlactone
  • ätherisches Öl in geringen Mengen 
  • Flavonoide 
  • hoher Gehalt an Kalium und Magnesium 

Anwendung

  • nach HMPC nicht bewertet 
  • nach Kommission E: bei dyspeptischen Beschwerden sowie Appetitlosigkeit 

Empfohlene Dosierung

  • ca. 1,5 g Droge als Tee 2- bis 3-mal täglich vor den Mahlzeiten oder wenn Beschwerden vorliegen 
  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage 

Nebenwirkungen

  • allergische Reaktionen, Kreuzallergien mit anderen Asteraceae können auftreten

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • Allergien gegen Benediktenkraut oder andere Asteraceae 

Abgabehinweise

  • Einnahme kurz vor oder zu den Mahlzeiten 
  • Bitterstofftees sollten möglichst nicht gesüßt werden

Zubereitung

  • 1,5 bis 2 g Tee mit ca. 150 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Nicht aufkochen! 

Beispiele für Kombipräparate

  • Carvomin® Verdauungstropfen 
  • Gastritol® Liquid 
  • Magen Tropfen N Salus 
  • Tetesept Magen Darm Tropfen 

Weitere Informationen

  • In Shakespeares „Much Ado About Nothing” (zu Deutsch: „Viel Lärm um Nichts“) wird das Benediktenkraut als Tinktur gegen Erkältungen erwähnt. 
  • Der heilige Benedikt von Nursia, nach dem auch der Benediktinerorden benannt ist, soll als einer der ersten das Benediktenkraut als Allheilmittel bei seinen Ordensbrüdern empfohlen haben. 
  • Da das Benediktenkraut über weite Teile Europas kultiviert wurde, ist es nicht mehr nur im Mittelmeerraum beheimatet, sondern kommt als Neophyt in fast ganz Europa vor. Einige Pflanzen werden auch in ehemaligen Kolonien gefunden. 
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