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ARZNEIPFLANZEN

Birke

Die Chinesen verwenden die Birke medizinisch seit dem 10. Jahrhundert, in Europa beschrieb zuerst Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert ihre Wirkung.
08.04.2020  14:45 Uhr
Foto: Shutterstock/juliasv
Foto: hutterstock/vvoe

Im Überblick

NAME
Hängebirke | Moorbirke
BOTANISCHER NAME
Betula pendula | Betula pubescens
FAMILIE
Birkengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Betulaceae
WEITERE NAMEN
Rauhbirke, Sandbirke, Weißbirke, Warzenbirke | Behaarte Birke, Besenbirke

Merkmale

  • bis zu 25 m hoher Baum
  • charakteristische weiß-gelbliche Rinde, die sich in horizontalen Streifen papierdünn abschält oder sich im Laufe der Zeit in eine schwarze, härtere Borke verwandelt
  • weit überhängende Zweige
  • junge Zweige der Moorbirke sind behaart, die der Hänge­birke kahl und mit warzigen Harzdrüsen besetzt
  • bis 10 cm lange männliche Blütenstände (Kätzchen), bis 4 cm lange, zur Blütezeit aufrecht stehende weibliche Blütenstände
  • Blütezeit April bis Mai
  • rhombische, lang zugespitzte Blätter mit doppelt gezahntem Blattrand

Heimat

Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien

  • Moorbirke: wächst in feuchten Wäldern, Sümpfen oder Mooren
  • Hängebirke: trockenere Böden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • Getrocknete Blätter (Betulae folium)
  • vom Kork befreite Rinde (Betulae cortex; keine amtliche Qualitätsbeschreibung vorhanden)

Inhaltsstoffe

  • Birkenblätter: Flavonoide, Triterpensaponine, Proanthocyanidine, geringe Mengen ätherisches Öl, Vitamin C
  • Birkenrinde: Betulin (Triterpen)

Anwendung

  • Birkenblätter zur Durchspülung der Harnwege, insbesondere bei Harnwegsentzündungen und Nierengrieß; außerdem unter­stützend bei bakteriellen Harnwegsinfektionen und bei rheumatischen Beschwerden
  • Birkenrinde bei oberflächlichen Hautwunden und Verbrennungswunden der Haut bei Erwachsenen

Empfohlene Dosierung

  • Teeaufguss: mehrmals täglich eine Tasse trinken Tageshöchstdosis: 12 g Droge
  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage

Nebenwirkungen

selten leichte Magen-Darm-Beschwerden

Wechselwirkungen

nicht bekannt

Abgabehinweise

  • Birkenpollenallergiker sollten Birkenblätter nicht anwenden.
  • Bei einer Durchspülungstherapie muss reichlich Flüssigkeit getrunken werden.
  • Bei fieberhaften Harnwegsinfekten und akuter Prostataentzündung sowie bei Wasser­ansammlungen als Folge einer eingeschränkten Nieren- oder Herztätigkeit dürfen Birkenblätter nicht angewendet werden.

Zubereitung

2 bis 3 g fein geschnittene Birkenblätter werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht

Beispiele für Kombipräparate

  • Biofax® classic
  • Bad Heilbrunner Harn Tee
  • Harntee 400 TAD®
  • Harntee-Steiner®
  • Urogard® Harntee
  • Heumann Blasen- und Nierentee Solubitrat® uro
  • Sidroga® Blasen-Nieren-Spültee
  • Episalvan® Gel mit Birkenrindenextrakt hat 2016 die Zulassung für die EU zur Behandlung von oberflächlichen Wunden erhalten.
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