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ARZNEIPFLANZEN

Bittere Schleifenblume

Wissenschaftlern gelang es erst vor etwa 60 Jahren, die Inhaltsstoffe der Pflanze zu analysieren. Daraus ergab sich, was sie am besten kann: einen trägen Magen in Schwung bringen.
Annette Immel-Sehr
09.04.2020  12:55 Uhr
Foto: superbild/Your Photo Today/Otmar Diez

Im Überblick

NAME
Bittere Schleifenblume
BOTANISCHER NAME
Iberis amara
FAMILIE
Kreuzblütler
BOTANISCHE FAMILIE
Brassicaceae
WEITERE NAMEN
Bitterer Bauernsenf

Merkmale

  • meist einjährige krautige Pflanze
  • bis 40 cm hoher, meist verzweigter Stängel mit kurzer Behaarung
  • längliche Laubblätter, stumpf gezähnt
  • duftende weiße, selten blassviolette Blüten, die an kleine Schleifchen erinnern
  • traubiger Blütenstand, Blüte: Mai bis August
  • Früchte: runde Schötchen (4 bis 7 mm)
  • großblütige Sorten der Bitteren Schleifenblume als Gartenzierpflanze

Heimat

  • Westliches Mittel- und Südeuropa von Nordspanien bis Südengland, in Deutschland vom Aussterben bedroht
  • trockenwarme, kalkhaltige, steinige Lehmböden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

frische, blühende oberirdische Pflanze

Inhaltsstoffe

  • Bitter schmeckende Cucurbitacine (Hauptsubstanzen Cucurbitacin E und Cucurbitacin I)
  • Senföle
  • Flavonolglykoside

Anwendung

  • als Extrakt bei Reizmagen oder Reizdarm, anregende Wirkung auf die Magen- und Gallensaftsekretion; außerdem krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften
  • keine Anwendung als Tee wegen mangelnder Daten zur richtigen Dosierung und Zubereitung

Nebenwirkungen

nicht bekannt

Wechselwirkungen

nicht bekannt

Beispiele für Kombipräparate

In 9er-Kombination mit Kümmelfrüchten, Marien­distelfrüchten, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut und Süßholzwurzeln: Iberogast®

Weitere Informationen

Die Firma Bayer baut die Bittere Schleifenblume in der Gegend um Darmstadt auf einer Fläche von etwa 10 Hektar an. Sobald die Pflanze in voller Blüte steht, ­werden täglich Proben entnommen, um den opti­malen Erntezeitpunkt zu bestimmen. Direkt nach der Ernte wird die Pflanze eingefroren und bei minus 29 °C gelagert. So kann sie über das ganze Jahr als Frischpflanze verarbeitet werden.

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