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ARZNEIPFLANZEN

Brunnenkresse

Die Brunnenkresse ist eine beliebte Gewürzpflanze, die vor allem aufgrund ihres charakteristischen, scharf-würzigen Geschmacks verwendet wird. Sie ist jedoch auch als Heilpflanze seit der Antike in Gebrauch; im Mittelalter wurde sie beispielsweise gegen Schmerzen in der Brust eingesetzt. Heutzutage beschränkt sich die medizinische Anwendung auf Katarrhe der oberen Luftwege.
Thomas Zech
09.02.2021  15:40 Uhr
Foto: Getty Images/gyro

Im Überblick

NAME
Echte Brunnenkresse
BOTANISCHER NAME
Nasturtium officinale W. T. Ayton
FAMILIE
Kreuzblütler
BOTANISCHE FAMILIE
Brassicaceae
WEITERE NAMEN
Wasserkresse, Bachkresse, Wassersenf, Wiesenkren

Merkmale

  • bis 100 cm hohe, ausdauernde krautige Pflanze 
  • Blätter unpaarig gefiedert 
  • weiße 4-zählige Blüten mit gelben Staubbeuteln in traubigen Blütenständen 
  • Schoten mit bis zu 60 Samen  

Heimat

  • vermutlich Südosteuropa 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  •  gesamtes frisches oder getrocknetes und zerkleinertes Kraut (Nasturtii herba)

Inhaltsstoffe

  • Glucosinolate und Abbauprodukte, wie Isothiocyanate und Nitrile
  • Vitamin C 

Anwendung

  • Medizinische Verwendung nach HMPC: nicht bewertet 
  • nach Kommission E: Katarrhe der oberen Luftwege 

Empfohlene Dosierung

  • 4 bis 6 g Teedroge pro Tag, alternativ 20 bis 30 g frisches Kraut oder 60 bis 150 g Frischpflanzenpresssaft 

Nebenwirkungen

  • selten Magen-Darm-Beschwerden

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • Magen- und Darmulcera 

Zubereitung

  • 1,5 bis 2 g Droge in 150 ml siedendem Wasser für 10 Minuten ziehen lassen 

Weitere Informationen

Wie der Name schon sagt, wächst die Brunnenkresse bevorzugt in flachen Gewässern und kann aus diesen auch wild geerntet werden. Man sollte jedoch nicht in stehenden Gewässern oder in der Nähe von Tierweiden zu suchen, da diese Bereiche mit Bakterien oder Parasiten befallen sein können. Sinnvollerweise werden nur die oberen Teile der Pflanze abgeerntet, da eine Vermehrung dann weiterhin möglich ist.

Bereits seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wird die Brunnenkresse im Erfurter Kressepark angebaut, der durch seine natürlichen Quellen optimale Bedingungen für die Pflanze bietet. Napoleon ließ sich diesen Park in Paris nachbauen. Sowohl die Erfurter als auch die Pariser Anlagen bestehen noch heute und können besichtigt werden.

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