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ARZNEIPFLANZEN

Condurango

Die Condurangorinde ist schon lange in der traditionellen Medizin Südamerikas als appetitanregende Bitterstoffdroge bekannt und wurde auch gegen Schlangenbisse und Magentumore eingesetzt. Heutzutage findet sie nur noch Verwendung zur Therapie der Appetitlosigkeit.
Thomas Zech
09.02.2021  15:53 Uhr
Foto: Getty Images/Elizabeth Fernandez

Im Überblick

NAME
Condurango
BOTANISCHER NAME
Marsdenia cundurango Rchb. Fil.
FAMILIE
Hundsgiftgewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Apocynaceae
WEITERE NAMEN
Magenwohl, Kondorliane, Geierpflanze

Merkmale

  • bis 9 m hoher Kletterstrauch mit behaarten Trieben 
  • kreuzgegenständige spießförmige und stark behaarte Blätter 
  • glockenförmige 5-zählige Blüten in doldenförmigen Blütenständen 
  • Balgfrucht mit behaarten Samen 

Heimat

  • Südamerika, insbesondere die Westhänge der Anden in Peru, Ecuador und Kolumbien 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete und zerkleinerte Rinde (Condurango cortex) 

Inhaltsstoffe

  • Condurangin: Gemisch aus Steroidsaponinen und ihren Aglykonen 
  • Kaffee- und Chinasäurederivate 
  • seltene Zucker 
  • Flavonoide 
  • Cumarine 
  • Vanillin 

Anwendung

  • Medizinische Anwendung gemäß HMPC: nicht bewertet 
  • nach Kommission E: bei Appetitlosigkeit 

Empfohlene Dosierung

  • 1,5 g Droge bis zu 3-mal am Tag, 30 Minuten vor den Mahlzeiten 

Nebenwirkungen

  • keine bekannt 

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • Allergie gegen Condurango oder Latex 

Abgabehinweise

  • Tee kalt trinken 
  • Bitterstofftees sollten nicht gesüßt werden 

Zubereitung

  • 1,5 g Teedroge mit 150 ml kaltem Wasser vermischen und kurz zum Sieden erhitzen, nach vollständigem Erkalten abseihen 

Weitere Informationen

Als Hausmittel ist auch der Condurangowein zur Appetitanregung beliebt. Er wird aus Condurangorinde durch Kaltextraktion in einem süßen Wein hergestellt. Hierfür werden pro Liter Wein 50 bis 100 g Rinde bei Kühlschranktemperatur für mindestens 5 Tage extrahiert, anschließend wird die Rinde abfiltriert. Anwendung und Wirkung sind vergleichbar mit dem Tee, die Einnahme sollte aber seltener erfolgen.

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