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ARZNEIPFLANZEN

Eukalyptusbaum

Eukalyptusblätter liefern ätherisches Öl, das erkältete Menschen wegen seiner expektorierenden Eigenschaft schätzen. Auch für den Baum ist das Öl wertvoll, denn es hilft ihm, zu überleben.
Annette Immel-Sehr
16.04.2020
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Die silbergraue, streifige und warzige Rinde und der gedrehte Stamm sind für den Eukalyptusbaum charakteristisch. Foto: Getty Images/Simon McGill
Währen Eukalyptusblätter für die meisten Tiere hoch giftig sind, ist das Verdauungssystem der Koalas darauf spezialisiert, die giftigen Chemikalien in den Blättern zu neutralisieren. / Foto: Fotolia/manonvanos
Foto: Shutterstock/AfriramPOE

Im Überblick

NAME
Eukalyptusbaum
BOTANISCHER NAME
Eucalyptus globulus L.
FAMILIE
Myrtengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Myrtaceae
WEITERE NAMEN
-

Merkmale

  • bis zu 60 m hoher Baum mit silbergrauer, warziger Rinde und gedrehtem Stamm
  • bei jungen Bäumen oval-herzförmige Blätter, bei alten sichelförmige ledrig-harte Blätter
  • Blütenknospe in silbriger Kapsel, deren Deckel beim Erblühen abspringt
  • große weiße Blüten mit langen Staubblättern
  • im Herbst schält sich die Borke ab, die Blätter bleiben am Baum

Heimat

Subtropischer Regenwald Südaustraliens und Tasmaniens

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Getrocknete Blätter (Eucalypti folium):

  • Droge stammt weitgehend aus Spanien, Marokko und Russland

zudem im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.): Eukalyptusöl (Eucalypti aetheroleum):

  • das Öl wird durch eine Wasserdampf­destillation aus den Blättern gewonnen

Inhaltsstoffe

ätherisches Öl (Hauptbestandteil 1,8-Cineol), außerdem Euglobale und Macrocarpale

Anwendung

Eukalyptusöl: Erkältungskrankheiten der Luftwege (innerliche und äußerliche Anwendung); rheumatische Beschwerden (äußerliche Anwendung)

Empfohlene Dosierung

  • Innerliche Einnahme: Tagesdosis 0,3–0,6 g Eukalyptusöl, am besten in magensaftresistenten Weichgelatinekapseln
  • Inhalation: 8 Tropfen Eukalyptusöl auf kochendes Wasser geben, etwas abkühlen lassen, dreimal täglich inhalieren
  • Badezusatz: 5 g Öl (Erwachsene) beziehungsweise 3 g Öl (ältere Kinder) in ein Vollbad (35–38°C) geben und 10 bis 20 Minuten darin baden

Nebenwirkungen

selten Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Durchfälle

Wechselwirkungen

Cineol aktiviert Cytochrom-P450-Enzyme in der Leber. Ob beim Menschen relevante Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen auftreten, ist nicht abschließend geklärt.

Abgabehinweise

  • Bei Säuglingen und Kleinkindern ist im Umgang mit Arzneimitteln, die Eukalyptusöl enthalten, Vorsicht geboten – wegen der Gefahr eines Stimmritzenkrampfs.
  • Nur Präparate verwenden, die speziell für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern ausgewiesen sind!

Zubereitung

Eukalyptusblätter eignen sich wegen ihrer Härte und Ledrigkeit nicht für einen Teeaufguss.

Beispiele für Monopräparate

  • Eukalyptusöl/Cineol
  • Aspecton® Eukaps
  • Doppelherz® Erkältungskapseln Eukalyptusöl
  • Soledum®
  • tetesept® Eukalyptusöl Kapseln Nase & Kopf

Beispiele für Kombipräparate

  • Eukalyptusöl/Cineol
  • Gelomyrtol forte®
  • Myrtol®
  • Otriven® Meerwasser mit Eukalyptus Nasenspray

Weitere Informationen

Der hohe Gehalt an ätherischem Öl schützt die Eukalyptusblätter vor Tierfraß und Schädlingen. Nur der Koalabär ernährt sich ausschließlich von Eukalyptusblättern. Allerdings ist er wählerisch: Von den über 100 verschiedenen Arten von Eukalyptusbäumen kommen für den Koala fünf bis zehn in Frage. Im Gegensatz zu anderen Tieren verträgt er den hohen Gehalt an ätherischem Öl ausgesprochen gut. Für andere Tiere und auch für den Menschen wäre eine vergleichbar große Blattmahlzeit unter Umständen tödlich. Da die Blätter jedoch wenig Nährstoffe liefern, muss der Koala sie sehr gründlich zerkauen und langwierig verdauen, damit er überhaupt genügend Energie aus der Nahrung bekommt.

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