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ARZNEIPFLANZEN

Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse stammt aus den peruanischen Anden und wurde in der dort zur Behandlung von infizierten Wunden eingesetzt. Im 16. Jahrhundert gelangte sie nach Europa, wo man die dekorativen orangeroten Blüten schätzte, die an die Kopfbedeckung der Kapuziner-Mönche erinnern.
Annette Immel-Sehr
27.08.2020  14:56 Uhr
Foto: Getty Images/Pakhomov Andrey

Im Überblick

NAME
Kapuzinerkresse
BOTANISCHER NAME
Tropaeolum majus L.
FAMILIE
Kapuzinerkressengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Tropaeolaceae
WEITERE NAMEN
Gelbes Vögerl, Kapuzinerli, Salatblume

Merkmale

  • einjährige, krautige Pflanze
  • bis zu 60 cm hoch
  • wächst auch an langen Ranken am Boden entlang oder klettert, dann bis zu 5 m lang
  • Stängel mit nahezu kreisrunden Blättern, 3 bis 5 cm Durchmesser, abperlende Oberfläche wie bei Lotusblättern
  • orangefarbene, rote oder gelbe Blüten mit dunkleren Streifen, 5 cm groß
  • Blütezeit Juni bis Oktober

Heimat

peruanische Anden, inzwischen auch in Europa heimisch

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Blätter und Blüten

Inhaltsstoffe

Senföl-Glykoside (Glucosinolate), Vitamin C

 

Wirkprinzip:

Die Glucosinolate werden im Gastrointestinaltrakt durch das pflanzeneigene Enzym Myrosinase zu Senfölen hydrolysiert, die gegen grampositive und -negative Bakterien wirken. Als empfindlich gegenüber Senfölen erwiesen sich unter anderem die typischen Erreger von unkomplizierten Harnwegsinfekten wie Escherichia coli und Enterokokken. Senföle werden im Dünndarm fast vollständig resorbiert, daher bleibt die Darmflora im Dickdarm intakt.

Anwendung

  • Entzündliche Erkrankungen der Bronchien, Neben- höhlen und ableitenden Harnwege
  • Als Bestandteil von Kombinationspräparaten liegt eine Positiv-Monographie der Kommission E vor und zwar innerlich als adjuvante Therapie von Infekten der ableitenden Harnwege und Katarrhen der oberen Luftwege und zudem für die äußerliche Verwendung bei leichten Muskelschmerzen.

Nebenwirkungen

  • Leichte Schleimhautreizungen des Magen-Darm-Trakts;
  • Allergische Reaktion, vor allem Hautirritationen bei längerer äußerlicher Anwendung der frischen Pflanze

Beispiele für Kombipräparate

  • Angocin® 
  • Anti-Infekt N, Cynobal®
  • GRANU FINK® 
  • Cranberry + Kürbis plus, Nephroselect®

Weitere Informationen

Sowohl die runden Blätter, die Knospen als auch die Blüten der Kapuzinerkresse sind essbar. Sie schmecken leicht scharf, ein wenig vergleichbar mit Gartenkresse. Die Blätter eignen sich zum Beispiel hervorragend für gemischte Blattsalate. Die hübschen Blüten dienen dann als das dekorative i-Tüpfelchen. Auch Desserts lassen sich mit den Blüten garnieren, denn sie schmecken deutlich milder als die Blätter und vertragen sich deshalb gut mit Süßspeisen.


Hobbyköche finden im Internet verlockende Rezepte, beispielsweise für Kräuterbutter, Pesto und Creme- suppen mit Kapuzinerkresse.

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