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ARZNEIPFLANZEN

Koriander

Obwohl die unreifen Früchte und Blätter des Korianders unangenehm riechen, werden Kraut und Samen seit jeher in verschiedenen Ländern als Gewürz- und Heilpflanze geschätzt.
Annette Immel-Sehr
13.10.2020  16:07 Uhr
Foto: Adobe Stock/S K
Foto: Getty Images/Westend61

Im Überblick

NAME
Koriander
BOTANISCHER NAME
Coriandrum sativum
FAMILIE
Doldengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Apiaceae
WEITERE NAMEN
Stinkdill, Kaliander, Wandläusekraut, Schwindelkraut, Wanzenkümmel

Merkmale

  • einjährige, bis zu 90 cm hohe Pflanze 
  • dünne, spitze Pfahlwurzel 
  • runder gerippter kahler Stängel, nach oben verästelt  
  • gegenständige gefiederte Blätter mit ovalen oder abgerundeten Teilblättern, mittellang gestielt und feingezähnt 
  • weiße oder rosa Blüten in endständigen, fünf- bis achtstrahligen Dolden 
  • Blütezeit Juni bis August 
  • 2 bis 5 mm große kugelige Früchte mit gerippter Schale 
  • je zwei blassgrüne bis braune Teilfrüchte 

Heimat

  • östliches Mittelmeergebiet 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • reife, getrocknete Früchte (Coriandri fructus) 

Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl (u. a. Linalool, Geraniol, Borneol und verschiedene Terpene) 
  • Gerbstoff 
  • Vitamin C 
  • Eiweiß 
  • fettes Öl  
  • Umbelliferon und Scopoletin 

Anwendung

  • dyspeptische Beschwerden und Appetitlosigkeit (Kommission E) 

Empfohlene Dosierung

  • mittlere Tagesdosis: 3 Gramm getrocknete Früchte

Nebenwirkungen

  • keine bekannt 

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • keine bekannt 

Zubereitung

  • 2 Teelöffel frisch gequetschte Früchte mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, 10 bis 15 Minuten bedeckt stehen lassen und dann abseihen 
  • wenn nicht anders verordnet, mehrmals täglich zwischen den Mahlzeiten eine Tasse trinken 

Beispiele für Monopräparate

  • Koriander Bio Öl Taoasis
  • Koriander 500 11 A Nutritheke 
  • Koriander-Trunk Wierich  

Beispiele für Kombipräparate

  • Bad Heilbrunner Fastentee 
  • Bitterstern® Mixtur Dr. Soldan 
  • Erzgebirgstee Bombastus 
  • H&S® Fastentee Nr. 90 

Weitere Informationen

Stinkdill und Wanzenkraut: Koriander ist im Volksmund mit wenig verlockenden Namen betitelt worden. Dies verdankt er seinem charakteristischen Geruch. Während unreife Früchte sehr eigentümlich und unangenehm riechen, entfalten die reifen Früchte ein würziges Aroma. Dies spiegelt auch das Wort „Koriander“ wider. Im Griechischen bedeutet „koris“ Wanze und „aneson“ Anis. 

Zwei Gewürze einer Pflanze: Hierzulande zählen Korianderfrüchte zu den gängigen Gewürzen. Sie sollten frisch gemahlen verwendet werden. Ansonsten dominieren nämlich die schwerflüchtigen Bitterstoffe des Korianders den Geschmack. Trockenes Erhitzen der Früchte in der Pfanne vor dem Mahlen bringt das Aroma zur Entfaltung. Besonders gut eignen sich die gemahlenen Früchte zum Würzen von Brotteig, Kleingebäck, Kohlgerichten, Hülsenfrüchten und Kürbis. Oft wird Koriander mit Kreuzkümmel kombiniert. Außerdem ist Koriander ein wichtiger Bestandteil von Curry-Mischungen. 
 
Außerhalb Europas, etwa in Indien, China, Südostasien, Südamerika und Mexiko, zählt dagegen das Korianderkraut zu den wichtigsten Küchenkräutern. Es schmeckt scharf-bitter bis süß-aromatisch und erinnert an Orangenschale. Je nach Herkunft gibt es allerdings große geschmackliche Unterschiede. Da die Würzkraft rasch verloren geht, sollte Korianderkraut stets frisch verwendet werden. 

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