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Kürbissamen

Aus Kürbissamen wird ein tief grün-rotes Öl gewonnen, das durch den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren einen sehr hohen diätetischen Wert aufweist. Die Samen sind zudem eine wichtige Quelle für Phytosterole und werden erfolgreich bei vergrößerter Prostata und Reizblase eingesetzt.
Luisa Burgers
25.08.2020  15:11 Uhr
Foto: Adobe Stock/juniart
Foto: Adobe Stock/Comugnero Silvana

Im Überblick

NAME
Kürbissamen
BOTANISCHER NAME
Cucurbita pepo
FAMILIE
Kürbisgewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Cucurbitaceae
WEITERE NAMEN
Arzneikürbis, Feldkürbis, Gartenkürbis, Ölkürbis

Merkmale

  • einjährige Pflanze
  • kriechende, bis zu 10 Meter lange, verzweigte Ranken
  • lang gestielte, wechselständige und borstig behaarte Laubblätter
  • große, mehr oder weniger gelappte Blattspreite
  • trichter- bis glockenförmige, leuchtend gelbe Blüten
  • einhäusig getrenntgeschlechtlich: einzelne weibliche Blüten, männliche Blüten zu mehreren in Blattwinkeln
  • Blütezeit Juni bis August
  • große, gelbe bis orangefarbene, rundliche Früchte (Beeren)

Heimat

  • tropische Regionen Amerikas
  • Hauptanbaugebiete der Droge in Österreich, Ungarn, Mexiko

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

ganze, getrocknete, reife Samen (Cucurbitae semen) von Cucurbita pepo L. und/oder verschiedene Kulturvarietäten der Art

Inhaltsstoffe

  • fettes Öl mit hohem Linolsäureanteil
  • Phytosterole und deren Glucoside
  • Tocopherole, z. B. Vitamin E
  • Spurenelemente, z. B. Selen, Iod, Mangan

Anwendung

Linderung von Symptomen der unteren Harnwege im Zusammenhang mit benigner Prostatahyperplasie oder einer Reizblase (ESCOP, Kommission E)

Empfohlene Dosierung

  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage
  • Kürbissamen: gemahlen oder gut zerkaut mit viel Flüssigkeit, morgens und abends, jeweils 2,5 bis 7,5 g Droge

Nebenwirkungen

selten milde gastrointestinale Beschwerden

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

selten Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere Inhaltsstoffe

Abgabehinweise

  • Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, ist eine Einnahme über Wochen bis Monate erforderlich.
  • Patienten mit Prostatabeschwerden sollten in regelmäßigen Abständen ihren Arzt aufsuchen, da Kürbissamen zwar den Begleitsymptomen, nicht aber der Prostatavergrößerung selbst entgegenwirken können.

Beispiele für Monopräparate

  • GRANU FINK® Prosta forte 500 mg
  • Nomon® mono Kapseln
  • Vesiherb®

Beispiele für Kombipräparate

  • GRANU FINK® Prosta plus Sabal

Weitere Informationen

In Studien konnte die Linderung subjektiver Beschwerden im Rahmen einer Prostatahyperplasie nachgewiesen werden. Für die Wirkung verantwortlich sind die in den Kürbissamen enthaltenen Phytosterole. Diese beeinflussen die Bindung und Speicherung von Dehydrotestosteron (DHT), welches für die gutartige Vergrößerung der Prostata verantwortlich ist, im Prostatagewebe.


Auch Frauen können von der Wirkung der Kürbissamen profitieren. Bei Blasenschwäche oder Reizblase können die Kürbissamen die Beschwerden lindern. Dazu sollen insbesondere Vitamin E, Linolsäure, Spurenelemente wie Selen und Mangan sowie verschiedene Carotinoide beitragen. Die Inhaltsstoffe sollen die Blasen¬muskulatur entspannen und den Blasenschließmuskel kräftigen.

 

Kulinarischer Genuss

Die Samen des steirischen Ölkürbisses sind besonders fett- und eiweißreich. Fast drei Kilo der Samen müssen verarbeitet werden, um ein Liter des aromatischen, dunkelrot-grünen Kürbiskernöls zu erhalten. Das Öl enthält wichtige ungesättigte Fettsäuren, wie die mehrfach ungesättigte Linolsäure (40 bis 60 %) und die einfach ungesättigte Ölsäure (25 bis 40 %), aber auch gesättigte Fettsäuren (13 bis 31 %). Zudem konzentrieren sich im Kürbiskernöl fettlösliche Inhaltsstoffe wie Vitamin E und Phytosterole. Bereits 10 bis 20 ml Kürbiskernöl decken den Tagesbedarf an Vitamin E bei Erwachsenen.

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