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ARZNEIPFLANZEN

Linde

Kein anderer Baum spielte im Leben der Menschen früher eine größere Rolle als die Linde: In ihrem Schatten wurde gefeiert und getanzt, aber auch Recht gesprochen. Gedichte, Lieder und Ortsnamen zeugen von ihrer Bedeutung. Lindenblüten sind noch immer ein Hausmittel bei Erkältungskrankheiten.
Luisa Burgers
01.12.2020  15:28 Uhr
Foto: Adobe Stock/fotograf-halle.com
Foto: Adobe Stock/Annett Seidler

Im Überblick

NAME
Linde
BOTANISCHER NAME
Tilia cordata Miller, Tilia platyphyllos Scop., Tilia x vulgaris Hayne
FAMILIE
Malvengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Malvaceae
WEITERE NAMEN
Holländische Linde, Sommerlinde, Winterlinde

Merkmale

  • bis zu 40 Meter hoher Baum 
  • Rinde bei jungen Bäumen glatt und grau, mit zunehmendem Alter braungrau mit längs verlaufenden Furchen 
  • wechselständige leicht herzförmige vorn zugespitzte und am Rand scharf gesägte Blätter 
  • Blattunterseite weiß (Sommerlinde) oder rosa-rot (Winderlinde) behaart 
  • Blütenstand in Trugdolden aus zwei bis acht (Sommerlinde) oder drei bis 16 (Winterlinde) gelblich-grünen Blüten 
  • Blütenstandsachse mit weißlich-grünen Hochblatt verwachsen 
  • Blütezeit Juni bis Juli 
  • einsamige kugelähnliche Früchte 

Heimat

  • gemäßigte und subtropische Gebiete Europas und Westasiens
  • bevorzugt mittlere Gebirgslagen 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • ganze getrocknete Blütenstände von Tilia cordata Miller (Winterlinde), Tilia platyphyllos Scop. (Sommerlinde) und deren Hybride Tilia x vulgaris Hayne (Holländische Linde) oder einer Mischung der genannten Arten 

Inhaltsstoffe

  • Flavonoide 
  • schleimbildende Polysaccharide 
  • Catechingerbstoffe 
  • dimere Procyanidine 
  • ätherisches Öl  

Anwendung

  • zur Linderung von Symptomen bei banalen Erkältungen (traditional use gemäß HMPC) 
  • zur Linderung leichter Symptome von Stress (traditional use gemäß HMPC) 

Empfohlene Dosierung

  • 2- bis 4-mal täglich eine Tasse Lindentee möglichst heiß trinken 
  • Tagesdosis: 3 bis 6 Gramm Lindenblüten 

Nebenwirkungen

  • keine bekannt 

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • keine bekannt 

Zubereitung

  • 1,5 Gramm zerkleinerte Lindenblüten (etwa ein gehäufter Teelöffel) mit einer Tasse (150 Milliliter) kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen. 

Beispiele für Monopräparate

  • H&S® Lindenblüte Nr. 22  
  • Sidroga® Lindenblütentee 

Beispiele für Kombipräparate

  • H&S® Erkältungstee Nr. 4 
  • H&S® Bio Kindertee Wärme Dich Nr. 56 
  • Sidroga® Erkältungstee 
  • Sidroga® Bio Kinder Erkältungstee 

Weitere Informationen

  • Manche Linden erreichen das beachtliche Alter von bis zu 1000 Jahren. Selbst uralte, oft hohle Bäume besitzen noch eine erstaunliche Vitalität. Das Geheimnis ihres langen Lebens sind neue Innenwurzeln, die von dem greisen Stamm aus in den Boden wachsen und sich dort verankern. Dann entsteht eine neue Krone, wenn der alte Baum abstirbt. Das heißt, die Linde verjüngt sich quasi von innen heraus. 
  • Lindenblüten enthalten Schleimstoffe, die trockenen Reizhusten lindern können. Wenn sie auf die Schleimhaut in Mund und Rachen gelangen, legen sie sich wie eine Art Schutzschicht darüber. Dadurch wird eine beruhigende Wirkung auf die gereizte Schleimhaut ausgeübt. 
  • Lindenblütentee soll außerdem schweißtreibend wirken und somit grippale Infekte „ausschwitzen" können. Diese Wirkung lässt sich durch die bisher identifizierten Inhaltsstoffe jedoch nicht erklären. Offenbar ist die Wärmezufuhr durch reichlich heißen Tee das eigentlich diaphoretische Wirkprinzip. Lindenblüten kommen dennoch in zahlreichen Erkältungstees vor – häufig in Kombination mit schwarzem Holunder. 
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