PTA-Forum online
ARZNEIPFLANZEN

Mäusedorn

Mit den gut wirksamen und verträglichen Extrakten des Mäusedorns lassen sich leichte Venenbeschwerden, müde oder geschwollene Beine behandeln.
15.09.2020  17:43 Uhr
Foto: Adobe Stock/Fotoliakan

Im Überblick

NAME
Stechender Mäusedorn
BOTANISCHER NAME
Ruscus aculeatus
FAMILIE
Spargelgewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Asparagaceae
WEITERE NAMEN
Dornmyrte, Myrtendorn

Merkmale

  • Bis zu 1 m hoher Strauch mit weißen Blüten von April bis Mai, rote, kirschgroße, kugelige Früchte.
  • Botanische Besonderheit: Die blattartig verbreiterten 1,5 bis 2,5 cm langen Seitentriebe (Phyllokladien) erscheinen wie Blätter. Sie sind ledrig hart und enden mit einer scharfen Spitze.
  • Mit ihrer grünen Farbe (Chlorophyll) übernehmen die Phyllokladien die Photosynthese. Die eigentlichen Blätter sind unscheinbare Schuppen.

Heimat

  • Mittelmeerraum, Nordafrika bis Vorderasien; an sonnigen, steinigen Hängen in einigen Ländern unter Artenschutz.
  • Arzneidroge stammt meist aus Mittelmeerländern.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • Wurzelstock mit anhängenden Wurzeln.
  • Die Qualität des Mäusedornwurzelstocks (Rusci rhizoma) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Inhaltsstoffe

  • Steroidsaponine (daraus isoliertes Aglykongemisch wird als »Ruscogenine« bezeichnet)
  • Phytosterole
  • Triterpene

Anwendung

Vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

  • Zur unterstützenden Therapie bei Schmerzen oder Schwere­gefühl in den Beinen aufgrund einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI).
  • Gegen Juckreiz und Brennen bei Hämorrhoiden.

Nebenwirkungen

  • selten Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall

Wechselwirkungen

  • Nicht bekannt

Kontraindikationen

  • Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit anwenden, da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegen.

Abgabehinweise

  • Eine Wirkung ist erst nach langfristiger Anwendung zu erwarten.
  • Um Venenbeschwerden in der Sommerzeit vorzubeugen, sollte die Behandlung bereits im Frühjahr beginnen.
  • Ergänzend können Venen­­gymnastik und Stützstrümpfe empfohlen werden.

Zubereitung

  • Keine Anwendung als Tee, nur als Fertigarzneimittel (Kapseln, Tabletten).
  • Der Extrakt wird auf den Gehalt an Saponinen (Ruscogenin) eingestellt.

Beispiele für Monopräparate

  • Cefadyn® Filmtabletten
  • Phlebodril® Venenkapseln
  • Venelbin ruscus® Neu Kapseln
  • Mäuseschreck

Weitere Informationen

Die Bezeichnung Mäusedorn verdankt der Strauch wahrscheinlich den Metzgern: Sie hängten früher die dornigen Zweige zwischen ihre Fleisch­vorräte, um Mäuse fernzu­halten. Die Zweige sollen auch in Körbe für Lebensmittel verflochten worden sein, um Mäuse und Ratten abzuwehren.

TEILEN
Datenschutz