PTA-Forum online
ARZNEIPFLANZEN

Malve

Schon vor 5000 Jahren sollen die Chinesen die Malve gekannt haben. In vielen Gräbern aus der jüngeren Steinzeit finden sich Reste dieser Pflanze als Grabbeigabe. Genutzt werden ihre Blüten und Blätter. Heute gilt sie als wichtige Arzneipflanze bei Katarrhen der oberen Atemwege.
Annette Immel-Sehr
15.09.2020  16:46 Uhr
Foto: Getty Images/petrovaliliya

Im Überblick

NAME
Wilde Malve und Wegmalve
BOTANISCHER NAME
Malva sylvestris und Malva neglecta
FAMILIE
Malvengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Malvaceae
WEITERE NAMEN
Käslikraut, Katzenkäse, Hasenpappel, Große Käsepappel, Johannispappel

Merkmale

  • etwa 30 bis 120 cm hohe, zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze (Wegmalve: 10 bis 50 cm hoch)
  • abgerundete bis kantige Stängel mit zahlreichen rauen Büschel­haaren
  • rundliche bis herzförmige, 3- bis 7-fach gelappte Blätter, gekerbter Blattrand
  • 2,5 bis 5 cm große rosaviolette Blüten (Wegmalve: kleinere Blüten, hellrosa bis weiß), 5 schmale Kronblätter mit feinen, dunkler gefärbten Längsnerven
  • 2- bis 3-blättriger Außenkelch mit lanzettförmigen grünen Blättern
  • Blütezeit: Mai bis September (Wegmalve Juni bis November)
  • 1 cm große, scheibenförmige, in der Mitte etwas vertiefte, Spaltfrüchte, zerfallen bei Reife in 9 bis 11 nierenförmige Teilfrüchte, mit nierenförmigen Samen

Heimat

  • ursprünglich aus Asien und Südeuropa
  • heute weltweit in subtropischen und gemäßigten Zonen verbreitet

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Blätter der Wilden Malve und der Wegmalve (Malvae folium)
  • getrocknete Blüten der Wilden Malve (Malvae sylvestris flos)

Inhaltsstoffe

  • Schleimstoffe
  • Gerbstoffe
  • Flavonoide, in den Blüten insbesondere violett-blaue Anthocyanfarbstoffe

Anwendung

  • Kommission E: Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener trockener Reizhusten (Malvenblätter/Malvenblüten)
  • ESCOP: trockener Husten, Reizungen der Mund-, Rachen- und Magenschleimhaut (Malvenblüten)

Empfohlene Dosierung

  • Mehrmals täglich eine Tasse Malvenblätter- oder Malvenblütentee trinken.

Nebenwirkungen

  • Keine bekannt

Wechselwirkungen

  • Keine bekannt

Zubereitung

  • 3 bis 5 g fein geschnittene Malvenblätter beziehungsweise 1,5 bis 2 g getrocknete Malvenblüten mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Minuten abseihen.
  • Sinnvoll ist eine Kombination mit anderen Drogen wie Lindenblüten, Spitzwegerichkraut, Kamillen­blüten (Erkältungstee).

Beispiele für Monopräparate

  • Sidroga Reizhustentee (Malvenblätter)

Beispiele für Kombipräparate

  • Klosterfrau Broncholind Husten & ­Hals ­2-Phasen Lutsch­tabletten
  • Klosterfrau Bronchial-Husten-Sirup
  • Sidroga Bio Kinder-Erkältungstee

Weitere Informationen

Der Volksmund hat der Malve eine Reihe merkwürdiger Namen gegeben. Je nach Region stecken die Begriffe »Käse« oder »Pappe« darin. »Käse« spielt auf die käseförmige Gestalt der Früchte an, aus denen die Mütter früher Kinderbrei, sogenannten Papp, ­zu­berei­teten. Einen Papp kann man ebenfalls aus den schleim­haltigen Blättern herstellen. Dieser wurde auch als Wundauflage verwendet.

Tipp für Hobbyköche: Die frischen Malvenblätter sowie die zarten Stängel sind eine Köstlichkeit im Wildkräutersalat oder als Gemüse. Wegen ihres Schleimgehaltes werden sie gelegentlich auch zum Andicken von Suppen und Soßen verwendet. Malvenblüten eignen sich hervorragend zum Dekorieren von Speisen.

TEILEN
Datenschutz