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ARZNEIPFLANZEN

Myrrhe

Myrrhe wurde viele Jahrtausende zu spirituellen, religiösen und zu Heilzwecken verwendet. Heute ist die Arzneipflanze etwas in Vergessenheit geraten. Das Harz wird als Räucherwerk eingesetzt, aber auch wieder vermehrt bei Entzündungen in Mund und Rachen.
16.09.2020  14:37 Uhr
Foto: OKAPIA/Manfred Ruckszio
Foto: Shutterstock/Business-Creations
Foto: Shutterstock/JurateBuiviene

Im Überblick

NAME
Echte Myrrhe
BOTANISCHER NAME
Commiphora myrrha
FAMILIE
Balsambaumgewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Burseraceae
WEITERE NAMEN

Merkmale

  • bis zu 3 m hoher Strauch/Baum mit knotigen Ästen und Dornen
  • in Büscheln stehende kurze Zweige mit kleinen Blättern am Ende
  • gelborange Blütenrispen
  • spontan oder nach Verletzung der Rinde tritt ein gelblicher Gummiharz aus, der an der Luft erstarrt (= Myrrhe)

Heimat

  • tropisches und subtropisches Afrika sowie Arabien

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknetes Gummiharz (Myrrhe) von Commiphora myrrha sowie weiteren Commiphora-Arten
  • unregelmäßig geformte, gelblich-braune Harzstückchen mit glänzenden Bruchflächen
  • im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.): Myrrhe (Myrrha) und Myrrhentinktur (Myrrhae tinctura)

Inhaltsstoffe

  • Diterpen- und Triterpensäuren in der alkohollöslichen Harzfraktion
  • Kohlenhydrate im wasserlöslichen Gummianteil
  • ätherisches Öl
  • Bitterstoffe

Anwendung

Äußerlich bei:

  • leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Entzündungen des Zahnfleischs
  • Prothesendruckstellen

Empfohlene Dosierung

  • Myrrhetinktur zwei- bis dreimal täglich unverdünnt mit Pinsel oder Wattestäbchen auf die entzündete Stelle auftragen oder
    5 bis 10 Tropfen in ein Glas Wasser geben und damit den Mund spülen oder gurgeln

Nebenwirkungen

  • Keine bekannt

Wechselwirkungen

  • Keine bekannt

Abgabehinweise

  • Beim Auftragen der unverdünnten Tinktur auf die entzündete Schleimhaut brennt die Wunde aufgrund des enthaltenen Alkohols.
  • Alkoholkranke sollten keine Myrrhentinktur anwenden.

Beispiele für Kombipräparate

  • NeyParadent® LiposomeMundtropfen
  • Repha-Os® Mundspray

Weitere Informationen

Vor allem zur Weihnachtszeit macht die Myrrhe jedes Jahr von sich reden: Schließlich gehört sie zu den Geschen­ken, die die Sterndeuter dem Jesuskind in Bethlehem mitbrachten. Gold, Weihrauch und Myrrhe waren die Gaben – so erzählt es die Bibel. Wie immer in diesen Erzählungen sind die Details voller Symbolik. Myrrhe steht hier mit ihrer Bitterkeit und heilenden Wirkung für körperliches Leiden.

Den Menschen der Antike war Myrrhe geläufig. Man nutzte sie als kosmetisches sowie medizinisches Mittel. Zudem war Myrrhe für die Einbalsamierung der Toten notwendig.

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