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ARZNEIPFLANZEN

Passionsblume

Die Passionsblume hat eine alte Tradition als religiöses Symbol und als Heilpflanze. Heute wird sie bei Einschlafstörungen und nervösen Unruhezuständen eingesetzt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen ein vielversprechendes anxiolytisches Potenzial.
16.09.2020  15:50 Uhr
Foto: Okapia/Helmut Meyer zur Capellen
Die Samenkerne sind mit einem süß-säuerlichen, ­aromatischen Mantel von geleeartiger Konsistenz umgeben. / Foto: Okapia/Klaus Moll

Im Überblick

NAME
Passionsblume
BOTANISCHER NAME
Passiflora incarnata
FAMILIE
Passionsblumengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Passifloraceae
WEITERE NAMEN
Fleischfarbige Passionsblume

Merkmale

  • Kletternde Staude, die mehrere Meter Höhe erreichen kann, mit tief dreiteilig gelappten Blättern
  • weiß-violette Blüten mit charakteristischem Aufbau: im Inneren der Blumen­kron­blätter purpurroter Kranz aus Neben­blättern, 3 große Blüten­narben, 5 Staubbeutel
  • Blütezeit ist von Mai bis September
  • ovale gelbliche 4 bis 10 cm große Früchte

Heimat

  • Nord-, Mittel- und Südamerika

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete, zerkleinerte oder geschnittene oberirdische Pflanzenteile (Passiflorae herba)
  • zudem im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.): Passionsblumen­kraut-Trockenextrakt (Passiflorae herba extractum siccum)
  • Droge aus Kulturen in den USA und Indien

Inhaltsstoffe

  • Flavonoide

Anwendung

  • Nervöse Unruhezustände

Empfohlene Dosierung

  • Teeaufguss: 2- bis 4-mal täglich eine Tasse warmen Passions­blumen­krauttee als Einschlafhilfe eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken. Einzeldosis: 2 g Droge
  • Fertigarzneimittel: Beim Einsatz in Kombinationspräparaten ist auf eine ausreichende Dosierung zu achten: Bei zwei Bestandteilen sollten laut Kommission E je 50 bis 70 Prozent der empfohlenen Tages­dosen der Einzelmonographien, bei Dreierkombination je 30 bis 50 Prozent erreicht werden.

Nebenwirkungen

  • Sehr selten allergische Reaktionen

Wechselwirkungen

  • Keine bekannt

Zubereitung

  • 2 g fein geschnittenes Passionsblumenkraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Minuten abseihen

Beispiele für Monopräparate

  • Lioran®
  • Pascoflair®

Beispiele für Kombipräparate

  • Abtei Baldrian plus Passionsblume
  • Klosterfrau Sed-Platina
  • Kytta Sedativum®
  • Neurapas® balance
  • Sidroga Schlaf- und Nerventee
  • Zirkulin Lavendel Passionsblume

Weitere Informationen

Die Gattung Passiflora zählt 400 bis 600 Arten. Die kletternden Stauden wachsen lilianenartig in Wäldern und Gebüschen Nord- und Südamerikas und bilden bis zu 20 Meter lange Ranken aus. Passions­blumen sind weltweit in vielen Gegenden anzutreffen. Wegen ihrer außergewöhnlichen Blüten waren sie beliebte Sammelobjekte von Botanikern und Sammlern, die sie seit dem 18. Jahrhundert verbreiteten.

Rund 50 bis 60 Passionsblumenarten tragen essbare Früchte, die unter dem Namen Maracuja bekannt sind. Ihre Größe reicht von der einer Pflaume bis zu vier Kilogramm schweren, melonenartigen Gebilden. Verzehrt wird nicht das Fruchtfleisch, sondern die Samenkerne, die mit einem süß-säuerlichen, ­aromatischen Mantel von geleeartiger Konsistenz umgeben sind. Maracujas lassen sich auslöffeln oder auspressen.

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