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ARZNEIPFLANZEN

Rose

In den Arzneibüchern werden vier Rosenarten aufgeführt. Die Hundsrose und die Alpenheckenrose dienen zur Gewinnung von Hagebutten. Die Essigrose und die Hundertblättrige Rose sind wegen ihrer Blütenblätter gefragt.
Annette Immel-Sehr
07.07.2020
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Foto: Okapia/L. Reupert
Die die Hagebutten haben Haare mit Widerhaken und zahlreiche Nüsschen im Inneren. / Foto: Getty Images/TeleMakro Fotografie (Ina Hensel)
Foto: Adobe Stock/Erich Muecke

Im Überblick

NAME
Hundsrose, Alpenheckenrose
BOTANISCHER NAME
Rosa canina, Rosa pendulina
FAMILIE
Rosengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Rosaceae
WEITERE NAMEN
Heckenrose, Hagrose, Hindsrose

Merkmale

Hundsrose

  • etwa 1 bis 5 m hoher kräftiger Strauch
  • lange bogig überhängende Zweige
  • nach rückwärts gekrümmte Stacheln
  • sehr dünne, unpaarig gefiederte Laubblätter, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits heller
  • angenehm duftende rosa Blüten auf 2 cm langen Stielen, einzeln oder in mehrblütigen Dolden
  • Blütezeit Juni
  • scharlachrote eiförmige bis kugelige Scheinfrüchte (Hagebutte)
  • Haare mit Widerhaken und zahlreiche Nüsschen im Inneren der Hagebutte

 

Alpenheckenrose

  • gerade Stacheln, manchmal fehlend

Heimat

  • Hundsrose: Europa, West- und Nordasien, Nordamerika
  • Alpenheckenrose: gebirgiges Süd- und Mitteleuropa
  • Hauptanbaugebiete der Droge in Osteuropa

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete, ganze oder zerkleinerte Scheinfrüchte (Hagenbutten - Rosae pseudo-fructus cum fructibus)
  • von den Nüsschen befreite, mit Resten der getrocknete Kelchblätter behaftete Achsenbecher (Hagebuttenschalen - Rosae pseudo-fructus)

Inhaltsstoffe

  • Ascorbinsäure
  • Pektine
  • Zucker
  • Fruchtsäuren
  • Gerbstoffe
  • Carotinoide

Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

  • Hagebuttenschalen und Hagebutten: unterstützend bei der Behandlung von Erkältungen und Grippe (ESCOP)
  • Hagebutten: unterstützend zur Linderung von Gelenkarthose-bedingten Schmerzen und Steifheit (ESCOP)

Empfohlene Dosierung

Teeaufguss: mehrmals täglich 1 Tasse Hagebuttentee trinken

Nebenwirkungen

keine bekannt

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

keine bekannt

Zubereitung

2 bis 2,5 g zerkleinerte Hagebutten(-schalen) mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 15 Minuten abseihen

Beispiele für Monopräparate

  • Hagebutten Pulver Allpharm
  • Hagebutten  Pulver Biologische Präparate Dr. Groß GmbH
  • Hagebutten Pulver Idunn Naturprodukte
  • Hagebutte 400 Kapseln 11 A Nutritheke

Beispiele für Kombipräparate

  • Gelenk aktiv Salus
  • Hagebutte-Hibiskus Tee Bombastus
  • CH Alpha® plus Trinkampullen
  • Litozin® Ultra Kapseln
  • Rosaxan®

Weitere Informationen

Die im Arzneibuch beschriebenen Rosenblütenblätter (Rosae flos) stammen von der Essigrose und der Hundertblättrigen Rose. Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC), das auf europäischer Ebene für die Beurteilung pflanzlicher Arzneimittel zuständig ist, hat Rosenblütenblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können sie äußerlich bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei leichten Hautentzündungen angewendet werden.

Rosenblätter sind auch außerhalb der Pharmazie gut zu gebrauchen. Die Blütenblätter von duftenden ungespritzten Gartenrosen lassen sich beispielsweise kandieren. Sie gelten ebenso wie Rosenzucker als edle Leckerei. Wer Interesse hat, findet im Internet viele Tipps zur Herstellung und Verwendung. Kandierte ganze Rosenblüten als essbare Tortendekoration sind ein ganz besonderer Hingucker für jedes Kuchenbuffet.

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