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ARZNEIPFLANZEN

Safran

Er ist ein Stoff der Extraklasse: Safran gilt als das weitaus edelste und teuerste Gewürz der Welt. Seit Jahrtausenden wird es außerdem als Textil- und Lebensmittelfarbstoff, in Kosmetika und als Arzneimittel bei vielen traditionellen medizinischen Indikationen verwendet.
Luisa Burgers
09.02.2021  17:11 Uhr
Foto: Getty Images/thomaslenne
Foto: Adobe Stock/Printemps

Im Überblick

NAME
Safran
BOTANISCHER NAME
Crocus sativus L.
FAMILIE
Schwertliliengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Iridaceae
WEITERE NAMEN

Merkmale

  • kleine Rosettenpflanze 
  • unterirdische Sprossknolle 
  • grasartige Blätter 
  • ca. 15 cm lange Blüten aus 6 fliederfarbenen Perigonblättern
  • Perigonblätter im unteren Teil zu Röhre verwachsen 
  • Fruchtknoten unterirdisch etwas oberhalb der Knolle 
  • 10 cm langer Griffel mit drei orangeroten, tütenartig eingerollten Narbenschenkeln 
  • vegetative Vermehrung über Knollenteilung 

Heimat

  • Kleinasien 
  • Nordafrika 
  • Iran 
  • mediterraner Raum 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • während der Blütezeit geerntete, getrocknete Narbenschenkel, die in der Regel durch ein kleines Griffelstück zusammengehalten werden (Croci stigma) 

Inhaltsstoffe

  • wasserlösliche Carotinoide 
  • Diterpenoide 
  • Pirocrocin 
  • ätherische Öle mit Safranal 

Anwendung

  • keine Bewertung durch das HMPC vorhanden 
  • Safran und seine Zubereitungen spielen in der modernen Schulmedizin keine Rolle mehr. 

Nebenwirkungen

  • in Überdosierung wirkt Safran möglicherweise als Rauschmittel 
  • in höheren Dosen (ab 3 bis 5 g) Erbrechen, Uterusblutungen, blutige Durchfälle, Gelbfärbung der Haut 
  • tödliche Dosis für den Menschen: etwa 20 g Safran 

Beispiele für Monopräparate

  • verschiedene Homöopathika 
  • Nahrungsergänzungsmittel zur diätetischen Behandlung von mentaler Erschöpfung und Antriebslosigkeit 

Beispiele für Kombipräparate

  • verschiedene Homöopathika 
  • Nahrungsergänzungsmittel zur diätetischen Behandlung von mentaler Erschöpfung und Antriebslosigkeit 

Weitere Informationen

Wie seit Jahrhunderten werden die Safranblüten auch heute noch in den frühen Morgenstunden mit der Hand gezupft. Verwendet wird nur ein Teil der Blüte: die etwa 3 cm langen, tiefrot gefärbten Narbenschenkel (Safranfäden), nicht der Griffel. Im Durchschnitt müssen die Pflücker 150.000 Blüten ernten, um ein Kilogramm Safran zu gewinnen. Kein Wunder, dass echter Safran so teuer ist. Aus diesem Grund wird Safran häufig mit anderen Stoffen gestreckt. Dazu zählen Pflanzenstoffe wie Mais oder Paprika und anorganische Stoffe wie rote Kreide oder Ziegelstaub. In ostasiatischen Ländern wird mitunter gepulverter Curcuma-Wurzelstock als Safran bezeichnet und auf Märkten angeboten. Wenn möglich, kann man sich mit einem Schnelltest Gewissheit verschaffen: einige Fäden ins Wasser werfen und umrühren. Echter Safran färbt das Wasser rasch gelborange. Wenn nicht, ist die Droge uralt, falsch gelagert oder gefälscht.

Wer sich besonderen Luxus für die Küche leisten will, greift zu Safranspitzen. Diese Bezeichnung ist für die beste Qualität reserviert, die nur die drei tiefroten Narbenschenkel ohne Griffel- und Blütenreste enthält. Je mehr vom unteren gelblichen Griffelanteil beigemengt ist, umso minderwertiger ist das Gewürz. Auf jeden Fall muss es vor Licht und Feuchtigkeit geschützt gelagert werden, da es leicht ausbleicht und die flüchtigen Aromastoffe entweichen.

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