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ARZNEIPFLANZEN

Sanddorn

Die leuchtend orangen Früchte des Sanddorns gelten als Vitaminbombe. Sie sollen die Abwehrkräfte stärken und die Haut vor Alterung schützen. Der ursprünglich aus Asien stammende Strauch gehört wegen seines weit verzweigten Wurzelwerks zu den wenigen Pflanzen, die auf Dünen gedeihen.
Annette Immel-Sehr
28.07.2020  14:57 Uhr
Foto: Getty Images/NLink
Foto: Shutterstock/Catalina M

Im Überblick

NAME
Sanddorn
BOTANISCHER NAME
Hippophae rhamnoides
FAMILIE
Ölweidengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Elaeagnaceae
WEITERE NAMEN
Dünendorn, Haffdorn, Korallenbeere, Sandbeere, Weidendorn

Merkmale

  • bis 5 m hoher Strauch oder Baum
  • tief verwurzelt mit flach kriechenden Seitenwurzeln
  • rotbraune Zweige mit Dornen
  • 5 bis 8 Zentimeter lange, lanzettlich graugrüne Blätter, auf der Unterseite silbrig behaart
  • zweihäusige Pflanze
  • kleine unscheinbare Blüten in achselständigen Trauben
  • Blütezeit März bis Mai
  • bis 1 cm große orange-rote Beeren, traubig direkt an den Zweigen wachsend mit je 1 Samen

Heimat

Nepal

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • keine Arzneibuchdroge
  • verwendet werden das Fruchtfleisch, das daraus gewonnene Öl sowie das aus den Samen gewonnene Öl

Inhaltsstoffe

  • Vitamin C
  • Vitamin B12
  • Vitamin E
  • Flavonoide
  • Beta-Carotin
  • fettes Öl
  • ungesättigte Fettsäuren
  • Gerbstoffe
  • Beta-Sitosterol

Anwendung

Es gibt keine medizinisch anerkannte Anwendung.

Volksmedizinisch werden Sanddornbeeren bei Vitaminmangel-Zuständen, zur Stärkung der Abwehrkräfte und in der Rekonvaleszenz gegeben.

Nebenwirkungen

keine bekannt

Wechselwirkungen

keine bekannt

Beispiele für Monopräparate

  • Sanddornfrüchtetee Salus
  • Sanddornöl von medesign, Allcura oder Apo Team
  • Sanddorn Bio Direktsaft von Langer vital, Aurica oder Aleavedis

Beispiele für Kombipräparate

  • Doppelherz heißer Granatapfel+Sanddorn+Acerola
  • Regeneration Augencreme Dr. Hauschka
  • Sanddorn Quitte Tee Salus
  • Sanddorn Handcreme Weleda

Weitere Informationen

Ölfrucht

  • Aus den Sanddornbeeren lassen sich zwei wertvolle Öle gewinnen. Aus dem Fruchtfleisch erhält man durch Kaltpressung ein kräftig orange-rotes fettes Öl. Dieses ist sehr aromatisch – es schmeckt und riecht nach Sanddorn. Aufgrund seines Gehaltes an Vitaminen, Flavonoiden und Carotinoiden soll Sanddornöl antioxidativ sowie leber-, ulcus- und tumorprotektiv wirken. Eine solche Wirksamkeit ist allerdings nicht belegt. Die Volksheilkunde empfiehlt das Öl bei Magen-Darm-Erkrankungen und zur Anregung des Stoffwechsels. Es wird auch in der Küche eingesetzt. Pur ist es allerdings zu intensiv und im Übrigen auch zu teuer. Deswegen wird es anderen Pflanzenölen in kleinen Mengen zugesetzt.
  • Weniger bekannt ist das aus den Samen gewonnene Kernöl. Es ist nur schwach rötlich, hat einen neutralen Geschmack und riecht allenfalls schwach nach Sanddorn. Es enthält größere Mengen an ungesättigten Fettsäuren.
  • Beide Öle werden in Kosmetika verwendet.

 

Lecker zu Desserts oder in Shakes und Soßen

  • Sanddornbeerensaft schmeckt sehr herb und unangenehm sauer. Nur wenige Liebhaber trinken den Saft pur, die meisten mischen ihn mit anderen Fruchtsäften oder süßen mit Honig oder Zucker. Um die Vitamine nicht zu zerstören, sollte Sanddornsaft möglichst nicht oder nur kurz gekocht werden. Lebensmittelhersteller dicken den Saft häufig zu Konzentraten und Sirupen ein oder verarbeiten ihn mit Zucker zu Gelee.