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ARZNEIPFLANZEN

Schafgarbe

Die Schafgarbe ist eine klassische Heilpflanze und kommt beispielsweise bei Verdauungsbeschwerden und Frauenleiden zum Einsatz. Der zweite Wortteil »garbe« leitet sich nicht ohne Grund vom althochdeutschen »garvan« ab, was so viel wie »heilen« bedeutet.
Annette Immel-Sehr
23.09.2020  12:18 Uhr
Für die Arzneidroge werden die getrockneten, blühenden Triebspitzen mit Blättern, Blüten und Stängeln der Schafgarbe verwendet. / Foto: shutterstock/Anton Kozyrev
Für einen Tee werden 2 g Schafgarbenkraut mit etwa 150 ml siedendem Wasser übergossen. / Foto: Adobe-Stock/Madeleine Steinbach

Im Überblick

NAME
Schafgarbe
BOTANISCHER NAME
Achillea millefolium
FAMILIE
Korbblütler
BOTANISCHE FAMILIE
Asteraceae
WEITERE NAMEN
Bauchwehkraut, Jungfrauenkraut, Soldatenkraut, Blutkraut

Merkmale

  • 30 bis 70 cm hohe mehrjährige Pflanze
  • im Frühjahr zunächst nur Blattrosette
  • später kerzengerader Blütentrieb
  • länglich-schmale, mehrfach fiederteilige Blätter, grün bis graugrün
  • kleine Blütenköpfchen aus circa 5 weißen oder rosa Zungenblüten und einigen gelben Röhrenblüten
  • Blüten in Doldenrispen endständig am oben stark verzweigten Stängel
  • Hüllkelch aus 3 Reihen dachziegelartig angeordneter, grüner Blätter um die Blüten
  • Blütezeit Juni bis November
  • im Spätherbst kleine Achänen als Früchte

Heimat

  • Europa, Nordamerika und Nordasien
  • Droge stammt meist aus südost- und osteuropäischen Ländern sowie aus Deutschland

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete, blühende Triebspitzen mit Blättern, Blüten und Stängeln (Millefolii herba)

Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl
  • Sesquiterpenlactone
  • Flavonoide
  • Caffeoylchinasäuren
  • Gerbstoffe
  • Cumarine

Anwendung

Die Anwendung der Schafgarbe ist medizinisch anerkannt: 

  • innerlich: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden wie leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich (ESCOP, Kommission E)
  • äußerlich in Form von Sitzbädern: schmerzhafte Krampfzustände psychovegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau (ESCOP, Kommission E)
  • äußerlich: Behandlung leichter Haut- und Schleimhautentzündungen (ESCOP)

Empfohlene Dosierung

  • 3- bis 4-mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Schafgarbentee warm zwischen den Mahlzeiten trinken

Nebenwirkungen

  • Kontaktallergien

Wechselwirkungen

  • keine bekannt

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit und Alter unter 12 Jahren aufgrund fehlender Untersuchungen zur Unbedenklichkeit

Abgabehinweise

  • bestehende Allergien gegen Korbblütler (Asteraceae)

Zubereitung

  • 2 g fein geschnittenes Schafgarbenkraut mit circa 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen.
  • Für Sitzbäder einen Aufguss von 1 bis 2 l Wasser auf 100 g Schafgarbenkraut zubereiten, nach 20-minütigem Ziehen dem Badewasser zugeben.

Beispiele für Monopräparate

  • Schafgarben-Tee von Bombastus, H&S, Salus, Sidroga
  • Schafgarbensaft Schoenenberger

Beispiele für Kombipräparate

  • Floradix® mit Eisen
  • Frauentee Salus
  • Imupret®
  • Kamillan®
  • Kneipp Galle und Leber Tee
  • Magen-Darm-Beruhigungstee Sidroga
  • Salus Multipretten Kräuter-Dragees
  • Unexym® vital

Weitere Informationen

Der Gattungsname der Schafgarbe, Achillea, geht auf Achilles zurück, den Helden des trojanischen Krieges. Der Sage nach heilte Achilles die Wunde des Königs Telephos mit Schafgarbe. Deshalb erhielt die Pflanze damals den Namen »Achilleios«. In einer anderen Sage heißt es, dass ein Pfeil die Ferse des Achilles im Kampf verwundete, genau an der Stelle, die heute noch als Achillessehne bezeichnet wird. Die Göttin Aphrodite soll dem Helden den Rat gegeben haben, seine Verletzung mit der Schafgarbe zu heilen. Der Artname »millefolium« verweist auf die vielen (tausend = mille) fein zerteilten Blätter. Der deutsche Name »Schafgarbe« spielt darauf an, dass Schafe die zarten grünen Blättchen besonders gerne fressen; der zweite Wortteil »garbe« leitet sich vom althochdeutschen »garvan« ab und bedeutet »heilen«.

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