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ARZNEIPFLANZEN

Schlafmohn

Schlafmohn wird in vielen Sorten und Rassen angebaut. Er liefert sowohl Opium als auch aromatische Samen und ein wertvolles Öl.
Annette Immel-Sehr
13.10.2020  16:37 Uhr
Foto: iStock/statictoad
Foto: Getty Images/Westend61

Im Überblick

NAME
Schlafmohn
BOTANISCHER NAME
Papaver somniferum
FAMILIE
Mohngewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Papaveraceae
WEITERE NAMEN

Merkmale

  • einjähriges 30 bis 130 cm hohes Kraut  
  • länglich-eiförmige Blätter direkt am Stängel, die oberen Blätter stängelumfassend 
  • Stängel und Blätter blaugrün bereift 
  • in allen Pflanzenteilen außer den Samen Milchröhren mit weißem Milchsaft  
  • 10 cm große Blüte,  vier violett bis weiße Kronblätter, charakteristischer dunkler Fleck am Kronblattgrund, zahlreiche Staubblätter 
  • Blütezeit Juni bis August  
  • runde walnussgroße Kapselfrucht mit blaugrauen bis schwarzen Samen 

Heimat

  • westliches Mittelmeergebiet, Kleinasien 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrockneter Milchsaft der unreifen Kapsel (Opium - Opium crudum) 

Inhaltsstoffe

  • Alkaloide (Morphin, Codein, Thebain, Noscapin, Papaverin u.a.) 
  • Kautschuk 
  • Fette 
  • Proteine 
  • Zucker 
  • Schleimstoffe  
  • harzartige Substanzen 

Anwendung

  • keine phytotherapeutische Verwendung 
  • eingestellte Opiumtinktur überwiegend zur Behandlung schwerer Durchfälle  
  • Opium-Alkaloide werden als Reinsubstanzen in Fertigarzneimitteln eingesetzt: Morphin und Codein als starkes Analgetikum, Codein und Noscapin als Hustenstiller. 
  • Opium und Opiumzubereitungen unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz 
  • Anwendung nur unter der Aufsicht und Kontrolle des Arztes 

Weitere Informationen

Verunreinigte Samen: Mohnsamen werden auf Brötchen und zur Zubereitung von Kuchen und Süßspeisen verwendet. Vor Jahren gab es immer wieder vereinzelte Berichte über Benommenheit oder Übelkeit nach dem übermäßigen Verzehr von Mohnkuchen oder mit Mohnsamen bestreuten Gerichten. Die Behörden reagierten und legten Grenzwerte für Morphin fest. Zwar sind Mohnsamen von Natur aus nahezu morphinfrei. Doch können sie je Erntezeitpunkt und Erntetechnik mit Kapselbruchstücken oder Mohnsaft verunreinigt sein und Morphin enthalten. Die Produzenten von Mohnfüllungen und Mohngebäck führen heutzutage regelmäßige Morphinkontrolle aller importierten Mohnsaatchargen sowie der daraus hergestellten Mixturen durch.

Mohn: Durch Kaltpressung der Mohnsamen wird farbloses bis blassgelbes Mohnöl gewonnen. Wegen seines angenehmen intensiven nussigen Eigengeschmacks wird es für Salate und Kaltgerichte verwendet. Es sollte nicht über 170 Grad erhitzt werden. Weiterhin wird Mohnöl in Kosmetika eingesetzt.

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