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ARZNEIPFLANZEN

Schleierkraut

Floristen verwenden das zarte Schleierkraut sehr gern in Blumenarrangements, vor allem aber in Brautsträußen. Neben diesem rein dekorativen Einsatz gilt die Pflanze von alters her als Schleimdroge und bewährtes Hustenmittel.
Luisa Burgers
09.02.2021  17:48 Uhr
Foto: Getty Images/Jupiterimages

Im Überblick

NAME
Schleierkraut
BOTANISCHER NAME
Gypsophila paniculata L.
FAMILIE
Nelkengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Caryophyllaceae
WEITERE NAMEN
Rispiges Gipskraut, Weiße Seifenwurzel

Merkmale

  • mehrjährige staudenartige, bis zu 1 m hohe Pflanze 
  • astige Stängel 
  • kräftige rübenartige Pfahlwurzel 
  • schmale graugrüne zugespitzte Blätter 
  • kleine weiße Blüten in rispenartigen Blütenständen 
  • 5 eiförmige Kronblätter und breite abgerundete kurze Kelchzipfel 
  • Blütezeit Juni bis September 
  • vielsamige Kapsel-Früchte 

Heimat

  • Mitteleuropa bis nach Zentralasien 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Wurzel (Gysophilae radix) 

Inhaltsstoffe

  • Saponine 
  • Phytosterole 

Anwendung

  • keine Bewertung durch das HMPC vorhanden 
  • Kommission E: Katarrhe der oberen Atemwege  

Empfohlene Dosierung

  • Tagesdosis: 30 bis 150 mg zerkleinerte Droge, entsprechend 3 bis 15 mg Gypsophila-Saponin in Form eines Teeaufgusses 

Nebenwirkungen

  • bei Überschreitung der empfohlenen Dosierung in seltenen Fällen Magenschleimhaut- und Blasenreizungen 
  • in seltenen Fällen Durchfall 

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit 

Weitere Informationen

Saponine sollen über eine Stimulation des Nervus vagus in der Magenschleimhaut reflektorisch zu einer Wassersekretion in den Bronchien führen und auf diese Weise das Bronchialsekret verflüssigen. Dadurch wirkt Schleierkrautwurzel expektorierend und lindert den Hustenreiz, was auch für die meisten anderen saponinhaltigen Drogen typisch ist.

Pflanzliche Saponine werden heute wieder verstärkt als milde Waschmittel für Pelz, Wolle und andere empfindliche Gewebe verwendet. Dabei werden circa 100 Gramm weiße Seifenwurzel in zwei Liter Wasser zehn Minuten ausgekocht. Diese Lauge kann reichlich verdünnt für etwa 500 Gramm Wäsche verwendet werden. Das aus der Wurzel gewonnene reine Saponingemisch setzt die Industrie häufig als Schaumbildner und -festiger ein.

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