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Weihrauch

Weihrauch verbreitet beim Verbrennen einen intensiven wohlriechenden Duft und wird bei vielen Kulthandlungen als heiliges Räucherwerk verwendet. In klinischen Studien wurde das entzündungshemmende Potenzial der in Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren untersucht. Eine therapeutische Wirksamkeit ist denkbar, bislang aber nicht ausreichend belegt.
Luisa Burgers
17.02.2021  16:01 Uhr
Foto: Getty Images/yogesh_more
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Im Überblick

NAME
Indischer Weihrauch
BOTANISCHER NAME
Boswellia serrata Roxb. ex Colebr.
FAMILIE
Balsambaumgewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Burseraceae
WEITERE NAMEN

Merkmale

  • 6 bis 10 m hoher Baum 
  • flach ausgebreitete Krone 
  • grünlich-aschfarbige Rinde 
  • 9- bis 14-paarig gefiederte Blätter 
  • kerbig gesägte bis fast glatte Blattfiedern 
  • gelblich bis bräunliches Gummiharz, bei Verletzungen ausgeschieden 

Heimat

  • Indien 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • aus den Stämmen und Ästen von Boswellia serrata durch Einschneiden gewonnenes und an der Luft getrocknetes Gummiharz (Olibanum indicum) 

Inhaltsstoffe

  • Terpene mit Boswelliasäuren 
  • ätherische Öle 
  • Schleimstoffe 

Anwendung

  • keine Bewertung durch das HMPC vorhanden 
  • Boswellia-Zubereitungen sind als Nahrungsergänzungsmittel im Handel 

Nebenwirkungen

  • Allergien 
  • Magen-Darm-Beschwerden 

Wechselwirkungen

  • keine bekannt 

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit 
  • Kleinkinder, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 

Abgabehinweise

  • Magen-Darm-Beschwerden als Nebenwirkung können durch die Einnahme nach der Mahlzeit verringert werden 

Beispiele für Monopräparate

  • Boswellia 400 11 A Nutritheke GmbH 
  • boswellia-Loges® Weihrauch-Kapseln 
  • Weihrauch Kapseln Zein Pharma 

Beispiele für Kombipräparate

  • Cefacur® K2 Boswellia  
  • Humanicon Antiflam 
  • Olimp Labs Arthroblock forte Kapseln 

Weitere Informationen

In Tierversuchen konnte eine Reduktion von Entzündungen, Schmerzen und Wasseransammlungen gezeigt werden, die unter anderem auf einer Hemmung der 5-Lipoxygenase durch die Boswelliasäuren beruht. Studien bei Patienten mit Asthma, rheumatischen Erkrankungen oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unterstützen dieses Ergebnis. Eine therapeutische Wirksamkeit von Weihrauchextrakt ist also sehr wahrscheinlich, bislang aber noch nicht ausreichend bewiesen.  

Neben dem indischen Weihrauch (Boswellia serrata) gibt es auch noch andere Boswellia-Arten, die zur Gewinnung von Weihrauch verwendet werden, unter anderem der afrikanische Weihrauch (Boswellia papyrifera). Die Zusammensetzung der Handelssorten kann sehr stark voneinander abweichen, auch ist eine Standardisierung von Weihrauchpräparaten noch nicht endgültig geklärt. Daher können die Untersuchungsergebnisse des einen Extrakts nicht unkritisch auf einen anderen übertragen werden.


Der als Gartenzierstrauch beliebte »Weihrauch« ist mit den pharmazeutisch verwendeten Boswellia-Arten nicht verwandt. Die Zierpflanze stammt aus der Familie der Lippenblütler. Tatsächlich aber verströmen ihre Blätter beim Zerreiben einen weihrauchartigen Geruch. 

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