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ARZNEIPFLANZEN

Weinrebe

Die Rote Weinrebe ist nicht nur wichtige Nutzpflanze zur Herstellung von Wein, sondern auch eine anerkannte Heilpflanze für Venenbeschwerden. In diesem Fall werden statt der Trauben die Blätter verwendet.
Annette Immel-Sehr
19.05.2020  15:01 Uhr
Foto: Okapia/Juan Carlos Munoz
Foto: Adobe Stock/felinda
Foto: Adobe Stock/GSDesign

Im Überblick

NAME
Rote Weinrebe
BOTANISCHER NAME
Vitis vinifera var. tinctoria
FAMILIE
Weinrebengewächse
BOTANISCHE FAMILIE
Vitaceae
WEITERE NAMEN
Weinstock

Merkmale

  • kletternde Holzpflanze mit verzweigten Sprossranken
  • charakteristische herz-handförmige Blätter, 5- bis 7-lappig und unregelmäßig gezähnt
  • kleine, gelbgrüne, duftende, 5-zählige Blüten, in Rispen stehend
  • Blütezeit Mai bis Juni
  • zur arzneilichen Verwendung: Kulturvarietät mit roten Blättern und roten Beeren mit rotem Fruchtfleisch

Heimat

  • Kaukasus
  • Droge stammt aus Südeuropa

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

getrocknete Laubblätter (Vitis viniferae folium rubrum)

Inhaltsstoffe

  • Flavonoide
  • Anthocyane
  • Gerbstoffe
  • Phenolcarbonsäuren

Anwendung

  • bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI) mit den dafür typischen Symptomen Beinschwellungen, Krampfadern, schwere, schmerzende und müde Beine, Juckreiz und Spannungsgefühl in den Waden, Wadenkrämpfe (innerliche Anwendung)

Empfohlene Dosierung

  • Teeaufguss: 2- bis 3-mal täglich eine Tasse warmen Rotes-Weinlaub-Tee trinken; Tagesdosis 10 bis 20 g Droge
  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage

Nebenwirkungen

  • Hautreizungen wie Juckreiz, Hautrötungen oder Nesselausschlag
  • Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopfschmerzen

Wechselwirkungen

nicht bekannt

Kontraindikationen

Schwangerschaft und Stillzeit wegen fehlender Untersuchungen zur Unbedenklichkeit

Abgabehinweise

  • Bei entzündeter Haut, Thrombose oder Verhärtungen des Unterhautgewebes, bei starken Schmerzen, Geschwüren oder plötzlicher Schwellung der Beine sowie bei Herz- bzw. Niereninsuffizienz, ist vor der Anwendung unbedingt ärztlicher Rat einzuholen.
  • Rotes Weinlaub sollte nur in Form von Fertigarzneimitteln mit definiertem Extraktgehalt eingenommen werden, andernfalls ist die Wirkung nicht gewährleistet (vom HMPC als wirksam anerkannt: Trockenextrakt: DEV 4-6:1, Auszugsmittel Wasser).
  • Harn kann sich während der Einnahme grünlich-braun färben.

Zubereitung

3 bis 6 g fein geschnittenes Rotes Weinlaub mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen.

Beispiele für Monopräparate

  • Antistax extra Venentabletten
  • Antiveno Heumann
  • Nutritheke Rotes Weinlaub 150 mg

Beispiele für Kombipräparate

  • Venen-Fit Tee Salus
  • Hafesan Rotes Weinlaub + Rosskastanien + Rutin

Weitere Informationen

Die Weinrebe hat für das Wohlbefinden des Menschen noch mehr zu bieten als Trauben und Blätter. Aus ihren Samen lässt sich ein gesundes Öl gewinnen. Kaltgepresstes Traubenkernöl besitzt ein feines Aroma von Trauben und Nüssen und zählt vielfach zu den Spitzenölen. Der Geschmack des hellgrün schillernden Öls kann von bitter bis süß variieren. Herausragende Inhaltsstoffe unter gesundheitlichen Aspekten sind zum Beispiel Procyanidin, Vitamin E sowie ein hoher Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Linolsäure.

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