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EM der Berufe

Pharmazeutisches Wissen grenzenlos

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Neben dem fachbezogenen Training gab es zudem ein großes Treffen mit der gesamten rekrutierten Nationalmannschaft. Im Vordergrund standen das gegenseitige Kennenlernen, ein Kommunikationstraining sowie Mentaltrainings zu Stressabbau und dem Erlernen von Techniken, um unter Druck leistungsstark arbeiten und sich auf die Problemlösung fokussieren zu können. »Ich empfand die Coachings als sehr interessant. Einige erlernte Sachen kann man sicherlich auch im Wettbewerb gut anwenden. Es hat mich gefreut, so viele neue Leute kennenzulernen«, sagt von Richthofen rückblickend.

Das spiegelt auch den Eindruck ehemaliger Teilnehmer wider. Aus regelmäßigen Befragungen in den vergangenen Jahren schlussfolgert Werth, dass die Trainings und die Wettbewerbe die Teilnehmer in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung enorm vorangebracht hätten, eben weil sie Fertigkeiten ausbauen oder gar neu erwerben konnten. Auch das Gemeinschaftsgefühl, als Team aufzutreten, würde zudem sehr positiv empfunden.

»Die Wettbewerbe sollen den jungen Teilnehmern, den Besuchern vor Ort und auch durch die Berichterstattung der breiten Öffentlichkeit zeigen, dass attraktive berufliche Karrieren nicht nur mit einem Studium, sondern auch mit einer dualen Ausbildung möglich sind«, erklärt Werth. Dies trüge zur Leistungsschau und Berufsorientierung bei, denn hier lernten junge Menschen Berufe kennen, zu denen sie in ihrem eigenen Umfeld vielleicht gar keinen Kontakt hätten.

Dass sie in einem Heilberuf arbeiten möchte, stand für Helene von Richthofen schon von Kindesbeinen an fest. Während der Schulzeit absolvierte sie ein Praktikum auf einer Krankenhausstation. Allerdings nahm sie den »emotionalen Ballast«, den sie dort erlebte, mit nach Hause und merkte schnell, dass ihr dies nicht guttat. Im Gesundheitswesen wollte sie dennoch arbeiten. So absolvierte sie ein weiteres Praktikum, dieses Mal in einer Apotheke. Hier hatte sie Kontakt zu Menschen, konnte emotional aber mehr auf Distanz bleiben. Für Helene von Richthofen stand nun fest: Sie wollte PTA werden.

Jetzt hofft sie, ihr Können für Deutschland unter Beweis stellen zu können. Allerdings wurde die EM in Graz aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf unbekannte Zeit verschoben. Dennoch: Bis der Startschuss fällt, bleibt sie »weiter mit Lernen am Ball«. Das kommt auch ihrer Abschlussprüfung im Februar zugute.

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