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Wirkung und galenisches Verhalten

Phenolische Arzneistoffe

Triclosan, ein in Wasser praktisch unlösliches weißes kristallines Pulver, wirkt gegen Problemkeime, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus. Häufig ist dieser Keim bei Atopikern sowie bei Unterschenkelekzemen zu finden.

Da die Haut bei Neurodermitis unter Trockenheit leidet, ist eine lipophile Triclosan-Creme zu bevorzugen. Die laut NRF-Vorschrift 11.122. einzusetzende hydrophobe Basiscreme DAC ist eine W/O-Emulsion, die fast 65 Prozent Wasser in der Innenphase vorrätig hält. Die Haut wird ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt, und der Emulsionstyp verhindert ein zu schnelles Abdampfen. Das Feuchthaltemittel Glycerol stabilisiert zusätzlich auch noch die Barrierefunktion der Hornschicht. So treten die bei Atopikern immer mal wieder vorkommenden Superinfektionen seltener auf.

Bei der hydrophilen Triclosan-Creme (NRF 11.135.) wird das Hautantiseptikum in anionische hydrophile Creme SR / DAC eingearbeitet. Aufgrund des hohen Wasseranteils von 64 Prozent in der Außenphase kühlt die Creme die Haut. Durch Kühlschranklagerung verstärkt sich dieser Effekt. Diese vaselinfreie O/W-Creme ist mit Absicht für die Behandlung infektionsgefährdeter Hautzustände gewählt worden: Denn zum Emulgieren der Wasserphase sind lediglich neun Teile Emulgator notwendig; die Creme enthält jedoch 21 Teile grenzflächenaktive Tenside. Die nicht für die Emulsionsbildung genutzten Anteile des Emulgierenden Cetylstearylalkohols wirken auf der Haut grenzflächenaktiv und damit wie Seife zusätzlich desinfizierend. So unterstützt die Grundlage das Therapieziel. Die hydrophile Creme wird in subakuten Stadien angewendet oder wenn die okkludierende Zubereitung der NRF Vorschrift 11.122. als unangenehm empfunden wird. Um die Lösungsgeschwindigkeit des fettlöslichen Arzneistoffes in dem W/O-System zu erhöhen, ist mit 2-Ethylhexlaurat anzureiben. Denn durch alleiniges Anreiben mit der hydrophilen Creme gelangt der Arzneistoff nicht in die innere, lipophile Phase, wo er dann in Lösung gehen könnte.

Clioquinol, ein schwer in Wasser lösliches weißes, mikronisiertes Pulver mit Braun- oder Graustich, wirkt nicht nur antibakteriell (Staphylokokken und Streptokokken), sondern auch noch gegen Fußpilz und bei Windeldermatitis (Hefebesiedlung). Die Anwendung unter Okklusion gilt als obsolet. Nachteilig ist die Gelbfärbung der Haut. Auch Wäsche und andere Textilien nehmen die schwer entfernbare Farbe an. Der nicht-verschreibungspflichtige Wirkstoff zeigt keine Sensibilisierung der Haut. Aber dieser Arzneistoff kann perkutan resorbiert werden, sodass extreme Zurückhaltung bei der Behandlung der Kinderhaut geboten ist. Da der Arzneistoff mikronisiert zur Verfügung steht, ist eine Teilchenzerkleinerung nicht erforderlich.

Salicylsäure, ein in Wasser schwer lösliches kristallines oder mikronisiertes Pulver, ist ein Klassiker in der Rezeptur. Auch dieser darf ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden.

Trotz der geringen Wasserlöslichkeit senkt sie als starke Säure den pH- Wert auf ≤ 4. Doch wussten Sie, dass Salicylsäure auch Phenolcharakter hat? Deshalb wirkt sie nicht nur keratolytisch, sondern auch antibakteriell und antimykotisch. Ab 1 Prozent ist sie selbst konservierend wirksam, sodass bei hydrophilen Cremes auf eine Konservierung verzichtet werden kann. Die gepulverte Substanz ist für Salicysäureöle oder Spiritus verwendbar. Verwenden Sie sie bitte nie für halbfeste Supensionzubereitungen!

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