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Picornaviren – von harmlos bis heftig

Auch die Rhinoviren gehören zu den Enteroviren, allerdings unterscheiden sie sich in einigen wesentlichen Eigenschaften von den anderen Vertretern der Gattung. Neben der fehlenden Säurestabilität ist vor allem das Temperaturoptimum für ihre Vermehrung ein anderes. Sie werden bereits bei 33 bis 35 °C aktiv, tolerieren aber auch die Körperkerntemperatur von 37 °C. Infektionen treten deshalb bevorzugt in der kalten Jahreszeit auf, Infektionsort ist die kühlere Nasenschleimhaut. Sie gelangen über Tröpfchen direkt dorthin, vermehren sich und rufen die entsprechenden Erkältungssymptome hervor. Mitunter verläuft die Infektion schwerer, mit Beteiligung des Mittelohres und der Nebenhöhlen. In solchen Fällen kann eine bakterielle Superinfektion hinzukommen.

Forscher diskutieren eine Beteiligung der Rhinoviren an Erkrankungen der unteren Atemwege wie Pneumonie, Asthma und COPD. Ihrer Ansicht nach verändern die Viren das Mikrobiom nachhaltig und lösen lokale Entzündungsreaktionen aus. Möglicherweise nehmen die Viren auch direkten Einfluss auf die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine. Welche der rund 160 Serotypen genau dafür verantwortlich sind, ist noch nicht geklärt.

Nach einer Infektion entsteht zwar eine Immunität, diese ist jedoch typspezifisch und hält nicht lange an. Deshalb kann eine Erkrankung mehrmals pro Saison und jedes Jahr wieder auftreten. An speziellen antiviralen Wirkstoffen, die die Vermehrung der Rhinoviren hemmen, ihr Kapsid binden oder Wirtszellrezeptoren blockieren, forschen derzeit mehrere Einrichtungen. Neue multivalente Impfstoffe befinden sich in der Testphase. 

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