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Vaginalmykose

Pilz-Therapie braucht Säure

Milchsäure fürs Milieu

Milchsäure-haltige Vaginalpräparate oder gefriergetrocknete Kulturen von Wasserstoffperoxid-bildenden Lactobazillen (wie Vagisan® Milchsäure, Eubiolac Verla®, KadeFungin Milchsäurekur®) sind auch ein guter Beratungstipp, um immer wiederkehrende Harnwegsinfekte sowie bakterielle Vaginosen zu vermeiden. Nach lokaler Anwendung besiedeln sie die Vaginalschleimhaut, senken durch Bildung von Milchsäure den pH-Wert in den sauren Bereich und bauen damit die physiologische Vaginalmikrobiota wieder auf, wenn diese nach Infektionen aus dem Lot geraten ist. Das stärkt die Keimbarriere zum Schutz vor Neuinfektionen.

Auch im Anschluss an eine Antibiotikatherapie kann es sinnvoll sein, die Vaginalflora wieder aufzubauen. Laut Tietz könne man davon ausgehen, das die antimikrobielle Substanz die Lactobazillen der vaginalen Flora zerstört hat. Das lässt den vaginalen pH-Wert ansteigen. Nitrat kann nicht mehr in Nitrit umgewandelt werden; die Bereitstellung von viruzidem und bakterizidem Stickstoffmonoxid (NO) ist behindert. Tietz: »Dann ist es sinnvoll, der Kundin ein Milchsäure-Präparat zu empfehlen.«

Angebracht seien Säureprodukte zudem bei Frauen mit immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten. Auch ihnen fehle häufig der nötige Säureschutz, der eine natürliche Barriere gegen Colibakterien, Mykoplasmen und Gardnerella vaginalis darstellt. Die Präparate werden dazu entweder kurmäßig bis zu sieben Tage hintereinander angewendet oder zwei- bis dreimal pro Woche.

Auch das Risiko, dass eine bakterielle Vaginose durch Gardnerella vaginalis erneut aufflammt, kann durch die Ansäuerung der Vaginallora mit entsprechenden Präparaten verringert werden. So empfiehlt es sich, direkt nach der Antibiotikatherapie mit Metronidazol oder Clindamycin für ein Vierteljahr die Vaginalflora von außen zu unterstützen. Infrage kommen neben Zubereitungen mit Lactobazillen oder Milchsäure auch solche mit Vitamin C (wie Vagi-C®) oder bioadhäsiven sauren Gelen (wie Multi-Gyn® ActiGel, Rephresh® sanol). Sie fördern den Wiederaufbau und die Stabilisierung des pH-Werts zwischen 3,8 und 4,4. Das beugt einer erneuten Anhaftung pathogener Keime vor. Wichtig: Die Präparate für mehrere Monate anwenden, und zwar direkt im Anschluss an die Antibiotika-Akuttherapie und nicht nur für acht bis zehn Tage. Studien zeigen eindeutig, dass die längerfristige Applikation effektiver vor Rezidiven schützt.

 

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