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Typ-2-Diabetes

Prädiabetes mehr als nur »letzte Warnung«

Die Vorstufe von Typ-2-Diabetes, auch bekannt als Prädiabetes, ist gefährlicher als bislang angenommen. Er erhöht bereits das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen, wie eine neue Übersichtsarbeit des Deutschen Diabetes-Zentrums zeigt.
Aponet
01.02.2022  16:00 Uhr

Bei Prädiabetes ist der Zuckerstoffwechsel bereits gestört, es liegt aber noch kein Typ-2-Diabetes vor. Was zunächst wenig beunruhigend klingt, birgt jedoch Risiken: In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Studien veröffentlicht, die darauf hinweisen, dass auch schon Prädiabetes mit chronischen Komplikationen und Folgeerkrankungen verbunden sein kann.

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) hat nun in einer Übersichtsarbeit die bisherige Studienlage analysiert. »Die Ergebnisse zeigen, dass der Prädiabetes mit einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, chronischer Nierenerkrankung, Demenz sowie Krebs und generell mit einer höheren Sterblichkeitsrate zusammenhängt«, erklärt Professor Michael Roden, Wissenschaftlicher Direktor und Vorstand des DDZ. Prädiabetes sei somit gefährlicher als angenommen und verlange erhöhte Aufmerksamkeit nicht nur durch die Wissenschaft, sondern auch in der klinischen Praxis.

Prädiabetes immer häufiger

Wird Prädiabetes festgestellt, sollten die noch beeinflussbaren Risikofaktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel umgehend gezielt angegangen werden, um die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes und seiner Folgeerkrankungen zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Die DDZ fordert zudem weitere Untersuchungen, um die Zusammenhänge zwischen Prädiabetes und den Folgen für die Gesundheit noch fundierter abschätzen zu können.

Die Befunde sind auch deshalb relevant, weil Prädiabetes weltweit zunimmt. Die International Diabetes Federation (IDF) schätzte erst jüngst die Zahl der Prädiabetes-Fälle für 2021 auf mindestens 10,6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung weltweit – was 541 Millionen Menschen betrifft. Für 2045 wurde sogar ein Anstieg auf mindestens 11,4 Prozent prognostiziert, was 730 Millionen Menschen entspricht.

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