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Typ-2-Diabetes

Prävention durch Apotheken wirkt

Apotheken haben Typ-2-Diabetiker durch eine intensive und engmaschige Betreuung erfolgreich bei der Reduktion des HbA1c-Wertes unterstützt. Das zeigen die Ergebnisse der Studie GLICEMIA 2.0.
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22.07.2021  12:00 Uhr

Typ-2-Diabetes betrifft viele Menschen – in Deutschland sind es schätzungsweise sieben Millionen. Die Krankheit bringt ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und terminale Niereninsuffizienz mit sich. Hinzu kommen Komplikationen wie eine periphere und/oder autonome Neuropathie mit Folgen für Gliedmaßen und Organe oder eine diabetische Retinopathie. Ist der Blutzuckerwert dauerhaft erhöht oder schwankt er stark, was selbst bei einem guten Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) möglich ist, steigt das Risiko für die genannten diabetischen Folgeschäden, die Lebenserwartung sinkt. Prävention – in diesem Fall Sekundär- und Tertiärprävention – spielt daher eine große Rolle.

Dass Apotheken dabei wirksam unterstützen können, zeigt die kürzlich erschienene Studie GLICEMIA 2.0. Eine von der Apotheke systematisch gesteuerte und überwachte Diabetesprävention führte im Durchschnitt zu einem besseren Langzeit-Blutzuckerwert und einer deutlichen Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetikern. »Die wichtigste Botschaft von GLICEMIA 2.0: Unsere Studie belegt eine statistisch signifikante HbA1c -Senkung durch Präventionsbetreuung aus der Apotheke«, sagt Kristina Friedland, Professorin für Pharmakologie und Toxikologie an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz.

»Die wichtigste Botschaft von GLICEMIA 2.0: Unsere Studie belegt eine statistisch signifikante HbA1c -Senkung durch Präventionsbetreuung aus der Apotheke.«
Kristina Friedland, Professorin für Pharmakologie und Toxikologie an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz

An der randomisierten und kontrollierten Studie waren 26 öffentliche Apotheken in Bayern und insgesamt 198 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer beteiligt. Per Zufall wurden die Teilnehmenden einer Kontroll- und einer Interventionsgruppe zugeordnet.

Etwa ein Jahr lang (2017/2018) berieten Apothekenteams die Personen in der Interventionsgruppe in persönlichen Gesprächen, Gruppenschulungen und Telefonaten zu einer Lebensstiländerung mit mehr Bewegung und Gewichtsreduktion. Darüber hinaus wurde eine umfassende Medikationsanalyse durchgeführt. Die Daten wurden zu Studienbeginn, nach sechs Monaten und nach einem Jahr erhoben.

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