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Fachgerechte Beratung

Probleme beim Stillen lösen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Die Nationale Stillkommission unterstützt diese Empfehlung, plädiert jedoch für eine flexible Handhabung. Wenn ein Kind je nach Gedeihen oder Essfähigkeit schon vorher Beikost benötigt, so darf es davon auch schon ab dem fünften Lebensmonat essen. Spätestens mit Beginn des siebten Monats sollten alle Kinder Beikost erhalten, weil ihr Bedarf an Nährstoffen wächst. »Einführung der Beikost« bedeutet, dass eine Mahlzeit nach der anderen – meist in Monatsschritten - durch Brei ersetzt wird. Am Ende verbleibt dann nur noch eine Muttermilchmahlzeit am Tag. Und auch diese fällt irgendwann weg.

Sechs Monate voll zu stillen, ist ein hochgestecktes Ziel, das sich aus unterschiedlichen Gründen manchmal nicht realisieren lässt. Dies sollte jedoch nach Ansicht vieler Fachleute kein Grund dafür sein, überhaupt nicht mit dem Stillen zu beginnen. Auch kürzeres ausschließliches Stillen oder teilweises Stillen ist für Kind und Mutter von Vorteil. »Jedes Stillen schützt.« Diese wichtige Botschaft können PTA an ihre Kundinnen weitergeben.

Statistische Daten

Aus der bundesweiten repräsentativen KiGGS-Studie liegen Zahlen aus dem Zeitraum 2014 bis 2017 zum Stillverhalten in Deutschland vor. Demnach begannen 87 Prozent aller Mütter nach der Geburt mit dem Stillen, 68 Prozent stillten ausschließlich. Dieser Anteil nahm danach kontinuierlich ab: Am Ende des zweiten Monats wurden etwas mehr als die Hälfte, am Ende des vierten Monats 40 Prozent und am Ende des sechsten 13 Prozent der Säuglinge ausschließlich gestillt.

Häufig sind Stillprobleme der Grund, warum Frauen das Stillen beenden. Das sehen Stillexperten als sehr bedauerlich an, denn die meisten Probleme lassen sich durch fachgerechte Hilfe und Beratung lösen.

Brustdrüsen geschwollen

In den ersten Tagen nach der Geburt schwellen bei vielen Müttern die Brustdrüsen an, da sich Milch und Gewebsflüssigkeiten in der Brust ansammeln, ein natürlicher Vorgang. Die Schwellung verschwindet von selbst, wenn sich die Milchbildung eingespielt und die Brust an das Saugen des Kindes gewöhnt hat. Experten empfehlen, die Brust ungeachtet der Schwellung möglichst regelmäßig alle zwei bis drei Stunden zu entleeren. Wenn starke Schmerzen auftreten, die Brüste stark anschwellen und möglicherweise die Körpertemperatur leicht steigt, kann beispielsweise Ibuprofen die Schmerzen lindern. Auch Kühlung der spannenden Brüste bringt Linderung. Hebammen empfehlen häufig die Auflage von Kühlkissen, Quark, Kohlblättern oder Retterspitz®Äußerlich-Umschlägen.

Manchmal führt die Schwellung dazu, dass die Brustwarze abflacht und der Säugling nicht richtig saugen kann. In der Folge wird die Brust möglicherweise nicht vollständig entleert oder die Brustwarzen werden durch das Saugen verletzt. Hebammen und Stillberaterinnen können der Mutter dann eine Technik zeigen, die dem Kind das Ansaugen erleichtert.

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