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Autoimmunerkrankung

Psoriasis prägt Haut und Leben

Licht heilt

Sonnenlicht lindert die Beschwerden. Diese Beobachtung hat dazu geführt, dass eine gezielte Bestrahlung mit UV-Licht Eingang in die Therapie gefunden hat. Indiziert ist diese Behandlung nach den aktuellen Leitlinien bei mittelschweren bis schweren Verlaufsformen der Psoriasis vulgaris. Es kommen verschiedene Spektren aus den UVB- und UVA-Wellenlängenbereichen zum Einsatz, oft in Kombination mit initialer topischer Gabe eines Photosensibilisators, zum Beispiel Methoxypsoralen (PUVA-Therapie) oder einem Vitamin-D3-Abkömmling.

In der offiziellen Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris werden auch Calcineurin-Inhibitoren, sogenannte topische Immunmodulatoren wie Pimecrolimus oder Tacrolimus (zum Beispiel Elidel®, Protopic®), aufgeführt. Sie werden als Alternative zu Glucocorticoiden verschrieben, da die Präparate mit Ausnahme der Schleimhäute für alle Hautbereiche geeignet sind, auch in Hautfalten und im Gesicht. Die Verschreibung erfolgt im sogenannten Off-Label-Use, da die Wirkstoffe eigentlich für die Neurodermitis-Behandlung zugelassen sind.

Pflegen, pflegen, pflegen

Von größter Bedeutung bei der Psoriasis-Behandlung ist die begleitende Basistherapie, die neben Salbengrundlagen auch Urea und Salicylsäure als Wirkstoffe beinhalten kann. Salicylsäure wirkt vor allem keratolytisch und wird in Konzentrationen von 3 bis 10 Prozent angewendet, für die Behandlung der Handflächen auch in 20-prozentigen Zubereitungen. Harnstoff kommt ebenfalls in Konzentrationen von 3 bis 10 Prozent zum Einsatz. Auch Urea wirkt keratolytisch und verbessert gleichzeitig die Hydratation der Hornschicht (wie in Iso-Urea Körperfluid von La Roche Posay, Eucerin® Urea, Eubos® Urea, Linola® Urea). PTA können Salben, Cremes oder Lotionen empfehlen, je nach den Bedürfnissen des Patienten und Jahreszeit.

Die Autoren der aktuellen S3-Leitlinie zur Psoriasis-Therapie betonen, dass die ein- bis zweimal tägliche Basispflege zum anerkannten Therapiestandard gehört. Sie bewahrt die Haut vor dem Austrocknen, schützt vor Rissen und Hautreizungen und lindert den Juckreiz. Die symptomfreien Phasen können so deutlich verlängert werden.

Auch beim Reinigen steht das Rückfetten im Vordergrund. Seifenfreie Präparate sowie Dusch- oder Badeöle sind die beste Empfehlung. Bäder mit Öl- oder Salzzusatz lösen ebenfalls Schuppen und helfen bei der Abheilung der Läsionen (zum Beispiel Fette® Medizinisches Badesalz).

Auf der Kopfhaut lösen Salicylsäure- beziehungsweise Ciclopirox-haltige Präparate hartnäckige Schuppen (etwa Lygal® Kopfsalbe, Shampoos wie Stieproxal®, Ducray® Kertyol PSO oder La Roche Posay Kerium). Harnstoffhaltige Shampoos helfen bei trockener Kopfhaut und leichterer Schuppenbildung. Zur regelmäßigen Haarwäsche, auch in schubfreien Intervallen, sollten PTA zu milden rückfettenden Shampoos raten.

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