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Mehr Eigenverantwortlichkeit 

PTA in Impfteams

Bei der Impfung gegen Covid-19 spielen Apothekenmitarbeiter eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Aufbereitung der Vakzine. In den Impfzentren und bei mobilen Impfteams sind oftmals auch PTA im Einsatz – teils ohne apothekerliche Aufsicht, wie die Apothekengewerkschaft Adexa berichtet. Dies ist aus deren Sicht positiv und als »Aufwertung von Berufsbild und Ausbildung« zu sehen.
Cornelia Dölger
06.01.2021  14:30 Uhr

»In diesen Wochen und kommenden Monaten beteiligen sich PTA in Impfzentren und mobilen Impfteams an einer der herausforderndsten medizinischen Präventionsaktionen, die man sich nur vorstellen kann«, schreibt Adexa-Vorstand Andreas May in einem Kommentar zur aktuellen Lage. Dabei seien der pharmazeutische Sachverstand und die labortechnische Präzision der PTA gefragt.

Anders als in öffentlichen Apotheken nehmen laut May in einzelnen Fällen PTA pharmazeutische Tätigkeiten ohne die Aufsicht einer Apothekerin oder eines Apothekers vor, wie eben die Rekonstitution und das Vorbereiten des tiefgekühlten Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. May wertet das als eine überfällige Aufwertung von Berufsbild und Ausbildung der PTA. Der Adexa-Vorstand bezieht sich in seinen Ausführungen auf Medienberichte, die solche Fälle in Berlin beschrieben hätten.

Konkrete Regelungen für Berlin vorgesehen

Grundsätzlich dürfen PTA nur unter apothekerlicher Aufsicht pharmazeutische Tätigkeiten ausüben. Wie das in der Praxis in den bundesweit über 400 Impfzentren funktionieren kann, wer also vor Ort verantwortlich für die rekonstituierenden PTA ist, dürfte angesichts der unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern nur schwer abschließend zu beantworten sein. In Berlin gibt es aber konkrete Pläne. So soll laut einem Schreiben von Apothekerkammer und -verein ein diensthabender Apotheker an der Spitze des Einsatzteams aus pharmazeutischen Fachkräften stehen, der die pharmazeutischen Tätigkeiten überwacht sowie die Dokumentation und Qualitätskontrolle übernimmt. Laut Adexa ist dies aber nicht passiert, ein Arzt hätte in den beschriebenen Fällen die Aufsicht übernommen.

Thema PTA-Reformgesetz 

Adexa-Vorstand May nimmt den aktuellen Einsatz der PTA zum Anlass, erneut das PTA-Reformgesetz zu thematisieren. Dass dieses erst 2023 in Kraft trete, sei »bedauerlich«, so May, denn das Regelwerk sehe vor, dass für PTA unter bestimmten Voraussetzungen das Arbeiten »unter Verantwortung« möglich sei. Es sei kurzsichtig, PTA nicht schon mit der Ausbildung auf die Herausforderungen vorzubereiten, »die das Gesundheitssystem und die Versorgung der Bevölkerung mit sich bringen«, zum Beispiel wie jetzt in Pandemiezeiten. Dazu sei eine dreijährige Ausbildung mit zweieinhalb Jahren auf der Fachschule nach wie vor das erklärte Ziel der Gewerkschaft.

Gleichzeitig berge der späte Zeitpunkt des Inkrafttretens auch eine Chance. Mit den Erfahrungen aus der Pandemie könne das Gesetz noch vor dem Start nachgebessert werden, betont May.

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