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Ursachenfahndung lohnt sich

Pulssynchronen Tinnitus abklären lassen

Andere Anatomie

Neben Fisteln gibt es im arteriellen und venösen System anatomische Besonderheiten, die einen pulssynchronen Tinnitus verursachen können. Die häufigste arterielle Variante ist ein atypischer Verlauf der Arteria carotis interna durch die Paukenhöhle, einem Teil des Hohlraumsystems des Mittelohres . Dadurch ist eine direkte Fortleitung des Blutstromgeräusches möglich. Obwohl die anatomische Abweichung bereits seit der Geburt besteht, bemerken viele Betroffene erst im mittleren Lebensalter ein pulssynchrones Ohrgeräusch. Mediziner erklären das damit, dass das Blutströmungsgeräusch erst dann hörbar wird, wenn zusätzlich Turbulenzen durch eine Arteriosklerose auftreten.

Im venösen System werden pulssynchrone Ohrgeräusche vor allem durch anatomische Besonderheiten am Bulbus der Vena jugularis, einer Vene im Hals, verursacht. Dieser kann zum Beispiel zu hoch, zu seitlich, zu groß oder mit Ausstülpungen versehen angelegt sein. Mitunter entwickelt sich durch die Veränderungen auch eine Schalleitungsschwerhörigkeit. Venös bedingte Ohrgeräusche sind oft gut therapierbar. Dafür wird die Vene chirurgisch unterbunden oder mit einem Ballon verschlossen.

Viele weitere Ursachen

Neben Fisteln und anatomischen Abweichungen existieren zahlreiche weitere Ursachen, die während der Abklärung pulssynchroner Ohrgeräusche berücksichtigt werden müssen. So sind bei älteren Menschen Gefäßstenosen an den Kopf-Hals-Gefäßen ein häufiger Auslöser. Bei jüngeren Menschen wiederum sind es vor allem die fibromuskuläre Dysplasie, eine Verdickung der Arterienwände, die nicht durch eine Arteriosklerose oder eine Entzündung zustande kommt, sowie eine Gefäßdissektion, also ein spontaner oder traumatischer Einriss einer Gefäßwand, die zum Auslöser für synchrone Ohrgeräusche werden. Letztere geht typischerweise mit akuten Nackenschmerzen einher. Auch eine Drucksteigerung im Schädelbereich, eine Anämie, ein erhöhtes Herzminutenvolumen in der Schwangerschaft oder eine Überfunktion der Schilddrüse können ursächlich sein. Hier ist meist eine medikamentöse Behandlung der Grunderkrankung möglich, damit das Ohrgeräusch verstummt.

Mitunter finden sich in den radiologischen Aufnahmen zudem Hinweise auf Tumoren. Diese liegen in der Regel im Bereich des Felsenbeins, des Schläfenbeins oder der Schädelbasis. Ob sie behandelt werden müssen und können, hängt neben der genauen Lage davon ab, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und welches Wachstumsverhalten er zeigt. 

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