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Selbstmedikation

Reflux – was tun, wenn es brennt?

Bei Sodbrennen ist die Apotheke häufig die erste Anlaufstelle für Betroffene. Mit welchem Präparat ist dem jeweiligen Kunden dann am besten geholfen? Das zeitliche Auftreten sowie Dauer und Intensität der Beschwerden sind dabei ausschlaggebend für eine geeignete Empfehlung.
Carolin Lang
23.09.2020  11:05 Uhr

So allgemeingültig es klingt: Sodbrennen kann mehr oder minder harmlos sein. Das saure Aufstoßen, begleitet von einem Brennen hinter dem Brustbein, entsteht dadurch, dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Reflux. Gelegentlich tritt dieser in leichter Form ohne pathologischen Hintergrund auf, beispielsweise nach einer üppigen Mahlzeit. Und das ist gar nicht mal so selten: In den westlichen Ländern sollen rund 20 Prozent der Menschen immer mal wieder Beschwerden wie Sodbrennen oder Aufstoßen haben.

Klagt ein Kunde allerdings über häufiges oder starkes Sodbrennen, könnte die Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ursächlich sein, deren Prävalenz mit steigendem Alter zunimmt. Dann ist der Reflux von Mageninhalt eine signifikante Störung der Lebensqualität oder ein Risikofaktor für Komplikationen. Der Reflux äußert sich meist in Schüben mit Sodbrennen als Leitsymptom, kann aber auch von Aufstoßen, Schluckbeschwerden oder Druckgefühl begleitet werden. Es wechseln sich immer wieder beschwerdefreie Phasen mit stärkeren Beschwerden ab.

Grund für die Entstehung der GERD kann ein gestörter Verschlussmechanismus des unteren Ösophagussphinkters sein, dem Schließmuskel im Übergangsbereich von der Speiseröhre zum Magen. Durch die säurebedingte Reizung der Speiseröhre treten bei etwa 40 Prozent der Patienten Läsionen auf. Langfristig kann es bei rund 5 Prozent zum sogenannten Barret-Ösophagus, also zu Veränderungen der Schleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre, kommen. In diesem Fall ist das Risiko für Speiseröhrenkrebs dann erhöht. Eine weitere mögliche Komplikation ist eine Verengung der Speiseröhre, die durch entzündungsbedingtes Narbengewebe entstehen kann. Das kann auch das Schlucken erschweren.

Bei starken, länger anhaltenden Beschwerden sollte dem Kunden also zu einem Arztbesuch geraten werden. Auch bei Schluckbeschwerden, Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl oder raschem Gewichtsverlust ist ein zeitiger Besuch beim Arzt unabdingbar. Dieser führt gegebenenfalls eine endoskopische Untersuchung durch, um mögliche Komplikationen auszuschließen. Auch wenn das pharmazeutische Personal einen Verdacht auf arzneimittelbedingte Beschwerden hegt, ist an den Arzt zu verweisen. Gelegentliche, mildere Beschwerden können hingegen in Selbstmedikation behandelt werden. Auch nicht medikamentöse Maßnahmen können begleitend empfohlen werden.

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