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Selbstmedikation

Reflux – was tun, wenn es brennt?

Prinzipiell stehen Protonenpumpeninhibitoren (PPI), H2-Rezeptor-Antagonisten sowie Antazida und Alginate zur Therapie säurebedingter Beschwerden zur Verfügung. Die ersten beiden Wirkstoffgruppen wirken über eine Hemmung der Säuresekretion: Während PPI die Protonenpumpe in den Belegzellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut blockieren, wirken H2-Antagonisten über eine kompetitive Hemmung des Histamin-Rezeptors der Belegzellen. Antazida neutralisieren oder binden die Magensäure, Alginate hingegen bilden einen Film im Magen, der die Schleimhaut vor der aggressiven Säure schützen soll.

Bei gelegentlichem Sodbrennen und leichteren säurebedingten Magenbeschwerden eignen sich Antazida und Alginate zur Therapie. Bei der GERD sind PPI Mittel der Wahl. Die Hemmung der Protonenpumpe stellt das wirksamste Prinzip zur Inhibition der Säuresekretion dar. Bei Unverträglichkeit kommen H2-Rezeptor-Antagonisten zum Einsatz. Ihr Stellenwert ist seit der Einführung der PPI rückläufig, da sie im Vergleich weniger effektiv sind. Als zusätzliche Bedarfsmedikation können auch hier Antazida zur raschen Symptomlinderung eingesetzt werden.

Antazida Schichtgitterantazida PPI H2-Rezeptor-Antagonisten Alginate
Aluminiumhydroxid
(Duoventrinetten®),
Magnesiumhydroxid
(Maaloxan®),
Calciumcarbonat (Rennie®),
Magnesiumcarbonat (Rennie®),
Kaliumhydrogencarbonat
(Gaviscon® Advance)
Magaldrat (Riopan® Magen Gel), Hydrotalcit (Talcid® Kautabletten) Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol, Rabeprazol

Non-Rx Beispiele: Omep® Hexal, Nexium control®, Pantoprazol ADGC®
Ranitidin, Famotidin, Nizatidin, Cimetidin (obsolet)

Non Rx-Präparate sind aktuell nicht lieferbar
Natriumalginat (Gaviscon® Liquid)
Wirkstoffe mit Beispielen für Fertigarzneimittel

Über kurz oder lang

Wichtige Aspekte bei der Auswahl eines geeigneten Präparats sind Wirkeintritt und Wirkdauer. Antazida, teilweise auch kombiniert mit Alginaten, wirken bereits einige Minuten nach der Einnahme und damit vergleichsweise schnell. Die Wirkung hält zwischen 30 Minuten bei leerem Magen und zwei bis drei Stunden bei gefülltem Magen an.

Ganz so schnell geht es bei den PPI nicht, ihre Wirkung tritt verzögert ein. Nach ihrer Resorption im Dünndarm erreichen sie innerhalb von ein bis drei Stunden maximale Plasmaspiegel. Obwohl die Plasmahalbwertszeiten der PPI meist zwischen ein bis zwei Stunden liegen, wirken sie erheblich länger antisekretorisch. Das liegt daran, dass sich die Wirkstoffe in den Belegzellen anreichern und die Hemmung der Protonenpumpe irreversibel ist. Für eine erneute Säureproduktion muss der Körper erst einmal neue Protonenpumpen herstellen. Eine maximale Hemmung der Säuresekretion wird bei einmal täglicher Gabe der Standarddosis erst nach zwei bis fünf Tagen erreicht. Nach Absetzen der PPI normalisiert sich die Säuresekretion innerhalb von drei bis vier Tagen wieder.

Bei den H2-Rezeptor-Antagonisten dauert es rund eine Stunde bis zum Wirkeintritt. Da ihre Wirkung zwischen sechs und zehn Stunden anhält, eignen sie sich besonders für Patienten, die hauptsächlich nachts Symptome haben. Im Sinne einer vorbeugenden Einnahme eignet sich diese Medikamentengruppe also auch für die Bedarfstherapie.

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