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Reizdarm – Erkrankung mit vielen Gesichtern

Einfluss der Darmbakterien

Reizdarm-Patienten zeigen häufig eine gestörte Balance in der Besiedelung mit physiologisch günstigen Darmbakterien. Das betrifft sowohl die Anzahl der Bakterien als auch die Vielfalt an Bakterienstämmen. Eine Metaanalyse chinesischer Forscher bestätigte eine Abnahme von nützlichen Keimen wie Laktobazillen, Bifidobakterien und F. prausnitzii. Das veränderte Mikrobiom kann dazu beitragen, die physiologisch enorm wichtige Darmbarriere zu stören. Schädliche Keime können dann leichter eindringen und entzündliche Prozesse hervorrufen. Ob Veränderungen des Mikrobioms Ursache oder Folge der Erkrankung sind, ist jedoch offen. Davon unbenommen können Betroffene von Ernährungsempfehlungen profitieren, die eine Besiedelung mit erwünschten Keimen positiv beeinflussen.

Günstige Milchsäurebakterien sind in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Sauermilch, Kefir oder Sauerkraut und anderem fermentiertem Gemüse enthalten. Da sich die aufgenommenen Milchsäurebakterien nicht dauerhaft im Darm ansiedeln, ist es notwendig, sie regelmäßig zu verzehren. Um die Vielfalt der verschiedenen Bakterienstämme zu nutzen, ist es ratsam, die breite Palette an fermentierten Lebensmitteln in den Speiseplan zu integrieren.

Die Begriffe »probiotisch« und »Probiotika« dürfen auf Lebensmitteln nicht mehr verwendet werden. Da die Hersteller keine überprüfbaren Aussagen zu den versprochenen gesundheitlichen Effekten nachweisen konnten, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) untersagt, diese Begriffe zu nutzen. Geblieben sind fermentierte Milchprodukte, auf denen steht, welche Bakterienstämme sie enthalten. In der Tat können probiotische Bakterienstämme wie bestimmte Bifidobakterien und Lactobazillen die Symptome bei einigen Reizdarmformen verbessern. Auch wenn einzelne Studien zu ihrer Wirksamkeit vorliegen, lassen sich noch keine allgemeingültigen Aussagen treffen. Letztlich müssen Betroffene hier ausprobieren, ob und was ihnen hilft. Auch die Gabe von Probiotika aus der Apotheke kann im Einzelfall hilfreich sein.

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