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Arzneimittel für die Ukraine

»Reste aus der Hausapotheke helfen nicht weiter«

Angesichts des Kriegs in der Ukraine ist die Hilfsbereitschaft derzeit groß. Spenden von Arzneimitteln und medizinischen Bedarf unterliegen jedoch besonderen Anforderungen. Pharmazeutische Hilfsorganisationen rufen daher zu Geld- statt Sachspenden auf.
PZ
03.03.2022  09:00 Uhr

Der Krieg in der Ukraine führt bereits jetzt zu Engpässen bei Medikamenten und medizinischem Bedarf. »Wir als deutsche Apothekerinnen und Apotheker wollen und können da helfen«, sagt Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK). 

»Die Lieferketten für Arzneimittel und Verbrauchsmaterial sind bei vielen Apotheken und Kliniken in der Ukraine unterbrochen«, so Benkert. »Da braucht es eine ganz gezielte und bedarfsgerechte Unterstützung. Deshalb mein Appell an die Menschen in Deutschland: Spenden Sie gerne Geld für die Hilfsorganisationen, aber spenden Sie keine Arzneimittel! Lassen Sie die Expertinnen und Experten den Bedarf vor Ort erheben und zielgerichtet bedienen – der Kauf einzelner Packungen oder die Abgabe von Resten aus der Hausapotheke helfen da nicht weiter.«

Das Spenden von Arzneimitteln unterliegt anderen gesetzlichen und fachlichen Vorgaben als zum Beispiel Kleidung und alltägliche Gebrauchsgegenstände. Von Privatsammlungen ist dringend abzuraten. Sinnvoller und hilfreicher ist die Unterstützung der professionellen Organisationen mit entsprechender Expertise.

Die Hilfe ist auch bereits angerollt, erste Lieferungen von action medeor und Apotheker ohne Grenzen haben bereits die ukrainische Grenze passiert. Auch Apotheker Helfen plant bereits konkrete Belieferungen. Das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker unterstützt action medeor finanziell. 

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