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Therapieziel Remission

Rheuma bei Kindern

Als hochwirksame Initialtherapie eignet sich auch die Injektion von Depot-Glucocorticoiden (Triamcinolonhexacetonid) direkt in die entzündeten Gelenke. Um den Hormonhaushalt des Kindes nicht unnötig durcheinanderzubringen, werden meist alle betroffenen Gelenke auf einmal behandelt. Eltern und Ärzte entscheiden individuell, ob dafür eine Lokalanästhesie, Analogsedierung oder Kurznarkose sinnvoll ist. Nebenwirkungen treten nur selten (1 bis 3 Prozent) auf.

Eine hochaktive Erkrankung kommt jedoch nicht um orale Glucocorticoide oder sogar eine intravenöse Pulstherapie herum. Sofern es die Erkrankung erlaubt, werden fehlende Impfungen am besten vor einer längerfristigen Therapie vervollständigt. Besonders bei längerer oder höher dosierter Einnahme hemmen Steroide das Längenwachstum und bringen die altbekannten Nebenwirkungen mit sich, die von Akne über Cushing-Syndrom und Osteoporose bis hin zu Diabetes reichen. In Kombination mit NSAR steigt das Risiko für Magengeschwüre und -blutungen.

Mit den sogenannten disease-modifying anti-rheumatic Drugs (DMARDs) stehen inzwischen besser verträgliche Therapeutika zur Verfügung. Im Idealfall stoppen diese Immunmodulatoren sowohl die Entzündungskaskade als auch die Bildung von Autoantikörpern, beeinträchtigen aber nicht die Infektabwehr. Sie kommen als Basistherapie immer dann zum Einsatz, wenn NSAR und Iokale Glucocorticoide nicht genügen. Es gibt synthetische sowie biologische DMARDs.

Methotrexat (MTX) ist das wichtigste synthetische Basismedikament und fast immer Mittel erster Wahl. Es wird einmal wöchentlich eingesetzt und ist ein Folsäure-Antagonist. Um Nebenwirkungen abzuschwächen, sollten Patienten 24 bis 48 Stunden danach 5 mg Folsäure einnehmen. Bei Übelkeit kann es helfen, MTX abends anzuwenden. Allerdings entwickeln manche Kinder so starken Ekel, dass die Therapie abgebrochen werden muss.

Leflunomid ist genau wie MTX ein Nukleotidsynthesehemmer und hemmt die Vermehrung von T-Lymphozyten. Der Arzneistoff wirkte in einer kleinen Studie mit 94 Kindern jedoch etwas schwächer als MTX. Nachteil ist außerdem die lange Halbwertszeit. Durch einen ausgeprägten enterohepatischen Kreislauf können aktive Metabolite bis zu zwei Jahre im Körper bleiben. Eine zuverlässige Verhütung ab Teenager-Alter ist daher nicht nur während der Einnahme wichtig.

Bei einer bestimmten Unterform der JIA können Ärzte laut aktueller Leitlinie auch zu Sulfasalazin greifen. Weitere Pharmaka wie Azathioprin, Ciclosporin A oder Chloroquin spielen nur eine untergeordnete Rolle.

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