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Arzneipflanzenporträt

Rosenwurz

Rosenwurz (Rhodiola rosea) gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und wird in Russland und den skandinavischen Ländern schon seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde vielfach angewendet.
Annette Immel-Sehr
05.04.2019
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Merkmale

  • 10 bis 35 cm hohe sukkulente Pflanze
  • knollenartiger Wurzelstock
  • mehrere Stängel mit graugrünen, ovalen bis schmal lanzettlichen fleischigen Blättern
  • zweihäusig
  • männliche Blüten: gelbgrün bis leuchtend gelb, im Verblühen rot
  • weibliche Blüten: wesentlich kleiner, gelblich-grün, im Verblühen orange
  • Blüten dicht in halbkugelförmiger Trugdolde
  • Blütezeit April bis August
  • Balgfrüchte, zur Reifezeit braunrot

Heimat

arktische Regionen, Gebirgsregionen Europas und Asiens

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

getrockneter Wurzelstock (Rhodiolae rhizoma)

Inhaltsstoffe

  • Phenylethanoide (vor allem Salidrosid)
  • Benzylalkoholderivate
  • Phenylpropanderivate (Rosavine)
  • Flavonoide
  • Flavolignane
  • ätherisches Öl

Medizinische Anwendung

traditionell angewendet zur Linderung leichter Stresssymptome wie Erschöpfungszustände und Schwächegefühl

Empfohlene Dosierung

  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage
  • Anwendung als Tee nicht empfohlen

Nebenwirkungen

keine bekannt

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

Schwangerschaft, Stillzeit und Alter unter 18, weil keine Daten zur Unbedenklichkeit vorliegen

Wohl duftendes Anti-Stress-Mittel

Der Gattungsnamen Rhodiola leitet sich vom griechischen Wort »rhodios« (= rosig, rosenartig) ab und bezieht sich auf den angenehm rosenartigen Duft der unterirdischen Teile. Obwohl der deutsche Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs Rosenwurz schon 1542 in seinem Kräuterbuch erwähnte, ist die Heilpflanze hierzulande wenig bekannt.

Anders ist die Situation in Sibirien, Russland und den skandinavischen Ländern: Hier gehört Rosenwurzwurzelstock seit Jahrhunderten in den Arzneischatz der Volksheilkunde und wird vielfach angewendet, vor allem als Adaptogen. Mit diesem Begriff werden Substanzen oder Substanzgemische bezeichnet, die dem Organismus helfen, sich an außergewöhnliche Belastungen und Stress anzupassen. Der genaue Wirkmechanismus von Adaptogenen ist nicht geklärt und spielt sich vermutlich auf verschiedenen Ebenen ab.

Beispiele für Monopräparate

  • Rhodiologes
  • Rosenwurz Junek Kapseln
  • Rosenwurz Kapseln vitaking GmbH
  • Vitango

Beispiele für Kombipräparate

  • Adaptogon
  • IQ forte
  • Rhodiola Rosea Plus B-Vitamine Sanatur GmbH
  • Rosenwurz Bios Kapseln
  • Trivital mental

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