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MRT

Sauerstoff hilft bei der Diagnostik von Gehirntumoren

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben eine neue Technik entwickelt, um mithilfe von Sauerstoff Gehirntumoren im Magnetresonanztomografen (MRT) besser erkennen zu können, teilt das DKFZ mit.
Elke Wolf
26.03.2020
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Die neue Technik der Forscher kommt im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren ganz ohne Radioaktivität aus und zeigt zudem sehr spezifisch den Sauerstoff-abhängigen Stoffwechsel des Gewebes. Die Wissenschaftler verwenden dazu eine stabile, nicht radioaktive Variante des Sauerstoffs (17O2), die in geringen Mengen auch in der Atemluft vorkommt. Die Probanden atmeten diesen besonderen Sauerstoff in angereicherter Form ein. Überall, wo in den Körpergeweben Sauerstoff verstoffwechselt wird, geht 17O2 eine Verbindung mit Wasserstoff ein. Dadurch wird es im Magnetfeld des MRT nachweisbar. Gewebe, das viel Sauerstoff umsetzt, erscheint daher im Bild hell.

»Das Ergebnis war wirklich eindrücklich: Die Tumoren erschienen im Bild als dunkle Flecken, weil hier kein Stoffwechsel mit Sauerstoff stattfand«, schildert Studienleiter Dr. Daniel Paech. »Uns hat überrascht, dass dies sowohl bei höhergradigen aggressiven Tumoren als auch bei weniger aggressiven niedriggradigen Tumoren der Fall war.« Die Forscher hoffen, mit der neuen Technik Hirntumoren besser diagnostizieren und charakterisieren zu können.

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